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Ansprache an die Oberrabbiner von Israel

Johannes Paul II. am 16. Januar 2004

 

Der Päpstliche Rat für die Einheit der Christen, die vatikanische Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum und der Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog hatten führende Persönlichkeiten aus der jüdischen, christlichen und muslimischen Religionsgemeinschaft zu einem „Versöhnungskonzert“ am 17. Januar 2004  in der vatikanischen Audienzhalle eingeladen. Es wurde die Zweite Symphonie von Gustav Mahler von Mitwirkenden aus den drei Religionsgemeinschaften aufgeführt. Aus Anlass ihrer Teilnahme an diesem Konzert wurden die beiden Oberrabbiner Israels, Yona Metzger und Shlomo Moshe Amar, am Vortag von Papst Johannes Paul II. empfangen. Auch wenn die Ansprache des Papstes bei dieser Begegnung sehr kurz war, hat diese Zusammenkunft ihre eigene Bedeutung. Sie ist Zeugnis der vertieften Beteiligung der jüdischen Orthodoxie am Dialog und an der Zusammenarbeit zwischen der katholischen Kirche und dem Judentum. An den päpstlichen Sätzen ist auch die Einschätzung von Johannes Paul II. signifikant, dass der Besuch Israels vom 20. bis 26. März 2000 zu den „bedeutendsten Ereignissen“ seines Pontifikats gehört.

 

Verehrte Herren!
Es freut mich, dass Sie nach Rom gekommen sind, um am Versöhnungskonzert im Vatikan teilzunehmen. Gerne entbiete ich Ihnen heute meinen herzlichen und freundschaftlichen Gruß. Im Laufe meines 25jährigen Pontifikats habe ich mich bemüht, den Dialog zwischen Juden und Christen zu fördern und eine immer bessere Verständigung, Achtung und Zusammenarbeit zwischen uns zu ermöglichen. In der Tat bleibt meine Jubiläumsreise ins Heilige Land eines der bedeutendsten Ereignisse meines Pontifikats. Sie war reich an intensiv erlebten Zeiten des Gedenkens, der Betrachtung und des Gebets in der Gedenkstätte Yad Vashem und an der Westmauer.
Der offizielle Dialog, der zwischen der katholischen Kirche und dem Oberrabbinat von Israel aufgenommen worden ist, gibt Anlass zu großer Hoffnung. Wir dürfen keine Mühe scheuen bei unserer Zusammenarbeit zum Aufbau einer Welt der Gerechtigkeit, des Friedens und der Versöhnung für alle Völker. Die göttliche Vorsehung segne unsere Arbeit und schenke ihr ein gutes Gelingen!

 

Quelle: http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/speeches/2004/january/documents/hf_jp-ii_spe_20040116_chief-rabbinate-israel_ge.html.

 

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