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Antwort auf die Veröffentlichung der Änderung der Karfreitagsfürbitte für die Juden von 1962 durch Papst Benedikt XVI.

Weihbischof Richard J. Sklba (Milwaukee), Vorsitzender des Komitees für Ökumenische und Interreligiöse Angelegenheiten der katholischen Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten am 16. August 2008

 

Nach der allgemeinen Zulassung des Tridentinischen Ritus als außerordentlicher Form der Liturgie durch ein Apostolisches Schreiben vom 7. Juli 2007 durch Papst Benedikt XVI. folgte am 4. Februar 2008 die Veröffentlichung einer Neufassung der Karfreitagsfürbitte für die Juden, die Papst Benedikt XVI. selbst formuliert hatte (vgl. das Dokument K.I. - 04. Februar 2008). Diese Fürbitte wurde auf jüdischer Seite vielfach als Geringschätzung ihrer Religion und Tradition verstanden. Auch katholische Stimmen wandten sich gegen diese Fürbitte. Der Weihbischof Richard J. Sklba von Milwaukee gab in seiner Aufgabe als Vorsitzender des Komitees für Ökumenische und Interreligiöse Angelegenheiten der US-Bischofskonferenz eine Stellungnahme zu dem Vorgang ab.

 

Der Heilige Vater hat mit Wertschätzung die Anliegen der jüdischen Gemeinschaft gehört, dass die Gebete des Karfreitags die Beziehung zwischen den Juden und der Kirche widerspiegeln sollten, wie sie in Nostra Aetate grundgelegt und durch den verstorbenen Papst Johannes Paul II. umgesetzt wurde. Wie das Zweite Vatikanum feststellte: „Die Juden sind nach dem Zeugnis der Apostel immer noch von Gott geliebt um der Väter willen; sind doch seine Gnadengaben und seine Berufung unwiderruflich“ (NA, Nr. 4).

Der Heilige Vater hat sich entschieden, von seiner Revision jede sprachliche Anknüpfung an die verschiedenen Ausgaben des (Lateinischen) Messbuchs von 1962, die lange mit negativen Bildern von Juden in Verbindung gebracht wurden, fernzuhalten. Zum Beispiel gibt es keine Hinweise auf die „Blindheit der Juden“, auf das „Wegnehmen des Schleiers von ihren Herzen“ oder auf ihr „Entrissen-werden aus den Finsternissen“.

Papst Benedikt XVI. hat sich entschieden, die Beziehung zwischen der Kirche und den Juden im Geheimnis des Heils darzustellen, wie man es im Brief des Apostels Paulus an die Römer findet (vgl. Römer 11,11-32). Für die Anliegen des Heiligen Vaters ist zentral die klare Artikulation, dass das Heil durch den Glauben an Jesus Christus und seine Kirche kommt. Es ist ein Glaube, der nie aufgezwungen werden darf, sondern immer frei gewählt werden muss.
Die katholische Kirche in den Vereinigten Staaten bleibt standhaft der Vertiefung ihrer Bande der Freundschaft und des gegenseitigen Verstehens mit der jüdischen Gemeinde verpflichtet.

 

Quelle: http://old.usccb.org/comm/archives/2008/08-016.shtml - Eigene Übersetzung.

 

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