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Botschaft an Rabbiner Elio Toaff aus Anlass seines 95. Geburtstages

Benedikt XVI. vom 3. Mai 2010

 

In Deutschland wurde auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog im Jahre 1996 zum ersten Mal der 27. Januar als staatlicher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Dieser Tag ist nicht wenigen kirchlichen Gemeinden Anlass und Grund, zu einem gottesdienstlichen Gedenken einzuladen. Zu dieser jungen Tradition gibt es in vereinzelten Diözesen wie zum Beispiel im Bistum Mainz pastorale Anregungen. Als Beispiel dieser Hilfen folgt eine Vorlage für ein solches gottesdienstlichen Gedenken, welche Benedikt Kranemann und Benedikt Welter in der Zeitschrift „Gottesdienst“ veröffentlichten.

 

An den sehr verehrten emeritierten Rabbiner
ELIO TOAFF
„Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen…
Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir.“
(Psalm 23)
Zum glücklichen Anlass Ihres 95. Geburtstags möchte ich mich all jenen anschließen, die sich mit Ihnen über die Gaben freuen, welche die Barmherzigkeit des allmächtigen Gottes Ihnen in einem langen Leben voll Güte gewährt hat.
Mit den Worten des Psalms denke ich daran, wie der Herr Ihre Seele gestärkt hat, indem er Sie auf dem rechten Pfad auch durch die finsterste Schlucht in der Zeit der Verfolgung und Vernichtung des jüdischen Volkes geführt hat.
In seinen geheimnisvollen Plänen hat der Herr gewollt, dass Sie auf einzigartige Weise sein Heil erfahren haben und so zum Zeichen der Hoffnung für das Wiederaufleben vieler Ihrer Geschwister wurden.
Ich empfinde mich besonders gehalten, an Ihren Einsatz für die Förderung brüderlicher Beziehungen zwischen Katholiken und Juden und an die aufrichtige Freundschaft zu erinnern, die Sie mit meinem verehrten Vorgänger Papst Johannes Paul II. verbunden hat.
Mein aufrichtiger Wunsch ist es, dass die abschließenden Worte des gleichen Psalms Sie begleiten mögen: „Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang, und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit. Schalom!

Aus dem Vatikan, 3. Mai 2010.

 

Quelle: http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/pont-messages/2010/documents/hf_ben-xvi_mes_20100503_toaff_en.html - Eigene Übersetzung.

 

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