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Das Christusbekenntnis der Kirche und der christlich-jüdische Dialog. Stellungnahme zu einer Erklärung des Gesprächskreises „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz am 5. Mai 2009

 

Wie kritisch die Erklärung des Gesprächskreises „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken „Nein zur Judenmission – Ja zum Dialog zwischen Juden und Christen“ vom 9. März 2009 unter den deutschen Bischöfen aufgenommen wurde, ist der Tatsache zu entnehmen, dass sich nach der Veröffentlichung der kritischen Stellungnahme durch Bischof Gerhard Ludwig Müller der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz mit dem ZdK-Text beschäftigte. Erzbischof Robert Zollitsch als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz erläuterte in einer knappen Pressemitteilung, warum die ZdK-Erklärung auf bischöfliche Ablehnung stieß. Die von Erzbischof Zollitsch angemahnte nochmalige Befassung mit dem Text der Erklärung durch die Glaubenskommission der Bischofskonferenz geschah unter anderem in einem Austausch zwischen Bischöfen der Kommission und Mitgliedern des Präsidiums des Zentralkomitees sowie seines Gesprächskreises „Juden und Christen“.

 

Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat in seiner Sitzung am 27. April die Erklärung „Nein zur Judenmission - Ja zum Dialog zwischen Juden und Christen“ erörtert. Die Aussprache erfolgte auf der Grundlage einer Stellungnahme, die Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller auf meine Bitte verfasst und veröffentlicht hat und die von den Bischöfen dankbar begrüßt wurde. Die Erklärung des Gesprächskreises „Juden und Christen“ stößt bei den Bischöfen insgesamt auf Ablehnung, wofür vornehmlich zwei Gründe ausschlaggebend sind: Sie wird dem Christusbekenntnis der Kirche in seiner Fülle nicht gerecht, stellt die Sendung der Kirche verkürzt dar und läuft insofern Gefahr, zum christlich-jüdischen Dialog, den die Kirche befürwortet, wegen einer einseitigen Sichtweise und Begrifflichkeit auf längere Sicht einen positiven Beitrag geradezu nicht zu leisten. Die Stellungnahme ist geeignet, der falschen Auffassung Vorschub zu leisten, als könne der Gesprächskreis autoritativ und mit kirchlicher Verbindlichkeit ein theologisches Thema behandeln, dessen Klärung dem kirchlichen Amt vorbehalten ist. Der Ständige Rat verkennt nicht, dass der Gesprächskreis „Juden und Christen“ in der Vergangenheit für das Gespräch zwischen Juden und Christen wichtige Anregungen gegeben und Hilfeleistungen erbracht hat. Seine jüngste Erklärung bleibt dahinter zurück und enttäuscht wegen ihrer theologischen Defizite. Der Ständige Rat hat die Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz gebeten, sich mit dem Text nochmals eingehend zu befassen.

 

Quelle: Pressemeldung 05.05.2009 – Nr. 054: http://www.dbk.de/presse/details/?presseid=558&cHash=604afd2d7149161817bce56ae40deb68.

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