One Two

Erklärung von Mexiko

Lateinamerikanischer Bischofsrat (CELAM) und Lateinamerikanischer Jüdischer Kongress (CJL) am 10. September 2008


Der Lateinamerikanische Bischofsrat (CELAM), im Deutschen allgemein Lateinamerikanische Bischofskonferenz genannt, und der Lateinamerikanische Jüdische Kongress (CJL) veranstalteten am 9. und 10. September 2008 in Mexiko-City ein wichtiges Treffen ihrer Repräsentanten. Das Treffen diente dazu, eine Dialogbasis zwischen den höchsten Autoritäten der beiden Gemeinschaften zu schaffen und das Verständnis und den Respekt zwischen Katholiken und Juden in Lateinamerika und der Karibik zu vertiefen. Gemäß der „Erklärung von Mexiko“ sind Katholiken und Juden aufgerufen, für eine Welt größerer Gerechtigkeit und Solidarität zu arbeiten. Erzbischof Raimundo Damasceno, Erzbischof von Aparecida (Brasilien) und Präsident von CELAM, Jack Terpins (Brasilien), Präsident des Lateinamerikanischen Jüdischen Kongresses, sowie Msgr. Victor Sánchez Espinosa, Weihbischof von Mexiko und Generalsekretär von CELAM, und Claudio Epelman (Argentinien), Direktor des Lateinamerikanischen Jüdischen Kongresses, haben die „Erklärung von Mexiko“ unterzeichnet.

 

Der Lateinamerikanische Bischofsrat (CELAM) und der Lateinamerikanische Jüdische Kongress (CJL) haben ein großes Treffen der Führer unserer Glaubensgemeinschaften am 9. und 10. September 2008 in der Stadt Mexiko einberufen, um gemeinsam die Realität unseres Kontinents zu studieren.

Das Treffen hatte die Unterstützung des Zentralkomitees der Jüdischen Gemeinschaft von Mexiko und der Bischofskonferenz von Mexiko und diente dazu, einen Raum für den Dialog zu zentralen Themen der beiden Gemeinschaften bereitzustellen, wobei versucht wurde, das Verständnis und den Respekt zwischen Katholiken und Juden in Lateinamerika und der Karibik zu vertiefen.

Gemeinsam – und auch in den jeweiligen Traditionen – sollten Juden und Katholiken als Brüder und Schwestern, die im Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind, in der Zivilgesellschaft aktiv zusammenarbeiten, um unsere Fähigkeit als Gläubige und Bürger zu fördern und eine gerechtere und brüderlichere Welt, getragen von den gemeinsamen transzendenten Werten unserer Traditionen, zu schaffen.

Wir sind aufgerufen, eine gerechte und solidarische Gesellschaft aufzubauen, die eindeutig dafür eintritt, dass die Menschenrechte respektiert werden, vor allem das Recht auf Leben und dies sowohl individuell als auch kollektiv.

In diesem Sinne bekräftigen wir die transzendente Dimension des Lebens und die Bedeutung der Familie als das Heiligtum schlechthin, wo Liebe, Mitgefühl, Solidarität und Ethik weitergegeben werden, um – beginnend im frühen Alter – zugunsten der sozialen Beziehungen, ohne Vorurteil und Gewalt, mit Gerechtigkeit und Achtung für jede Person und zum Aufbau des Gemeinwohls zu arbeiten.

Auch durch unsere jeweiligen religiösen Überzeugungen inspiriert, verpflichten wir uns, unsere Bemühungen um die Stärkung der Demokratie in Lateinamerika und der Karibik, um die Förderung der aktiven Bürgerschaft und der dialogischen und für das gegenseitige Verständnis notwendigen Zusammenarbeit zwischen den Menschen und um die friedliche und konstruktive Koexistenz der Völker, Nationen und Religionen zu verdoppeln.

Die staatlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen müssen ihre Verantwortung in der Politik annehmen, um für das Gemeinwohl in Bezug auf die Rechte, Freiheiten und Werte zu arbeiten.

Wir sind von der Stimme der Prophetie zur Beseitigung der Ursachen von Ungerechtigkeit, wirtschaftlicher Ungleichheit, des Machtmissbrauchs von Einzelpersonen, Institutionen, Mehrheiten oder Minderheiten und zur Überwindung der Diskriminierung und der sozialen Ausgrenzung und Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt aufgerufen. In diesem Bereich sollten wir mehr Aufmerksamkeit und Engagement zum Schutz der Schwächsten aufbringen, der Kinder, Frauen, Alten, Kranken, Benachteiligten, Ausgegrenzten und Hilflosen.

Wir müssen wachsam sein gegen alle Erscheinungsformen des Antisemitismus und alle Formen der Diskriminierung oder Ausgrenzung aus rassischen oder religiösen Gründen. Dazu ist es notwendig, dass der Staat und die Gesellschaft die Religionsfreiheit in unseren Ländern gewährleisten.

Wir hoffen auf weitere Zusammenarbeit zugunsten der Verwirklichung der Ideale, die Gott uns auf unserer gemeinsamen Pilgerfahrt auf Erden gezeigt hat. Deshalb halten wir den Dialog mit anderen Religionen für angemessen.

Wir freuen uns voller Hoffnung auf die nächste Begegnung, um uns einander im Kampf für diese Ziele zu stärken, die gemäß unseren gemeinsamen Glaubenstraditionen zu halten sind.

 

Quelle: Consejo Episcopal Latinoamericano (CELAM ) y Congreso Judío Latinoamericano (CJL) México, Declaración de México - 2008/'9/10:

http://sion.org.ar/documentacion/declaracionmejico.html - Eigene Übersetzung.

 

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