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Erklärung zum Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem

Bischof Heinrich Mussinghoff, Vorsitzender der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum der Deutschen Bischofskonferenz, vom 19. November 2014

 

Am 18. November 2014 kam es im orthodoxen Stadtteil Har Nov von Jerusalem zu einem Anschlag auf die Kehillat Bnei Tora-Synagoge. Zwei Palästinenser töteten vier jüdische Beter, die sich in der Synagoge zum Morgengebet eingefunden hatten, und einen Polizisten und verletzten acht weitere Synagogenbesucher zum Teil schwer. Der Anschlag wurde als eine Verschärfung der angespannten Lage in Jerusalem verstanden und löste ein internationales Echo der Anteilnahme und des Protestes aus. Bischof Heinrich Mussinghoff, Vorsitzender der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum der Deutschen Bischofskonferenz, zeigte sich in seiner Erklärung zum Anschlag „mit Entsetzen und tiefer Trauer erfüllt“.

 

„Der jüngste Mord an Betenden in einer Jerusalemer Synagoge hat uns mit Entsetzen und tiefer Trauer erfüllt“, erklärte der Vorsitzende der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff. Bei dem Anschlag auf eine Synagoge im Jerusalemer Stadtviertel Har Nov waren gestern während des Morgengebetes vier Rabbiner ermordet und acht weitere Männer teilweise schwer verletzt worden. In der vergangenen Nacht erlag einer der Polizisten seinen Verletzungen. „Unser Mitgefühl ist bei den Opfern“, betonte Bischof Mussinghoff weiter. „Wir trauern mit den Angehörigen der Toten und wünschen den Verletzten rasche und vollständige Genesung.“

Der Anschlag auf die Synagoge stelle eine neue Qualität der Gewalt im Nahen Osten dar. Es sei ein Akt besonderer Grausamkeit, wehrlose Menschen im Gebet zu überfallen und zu ermorden. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Gotteshäuser – seien es Kirchen, Moscheen oder Synagogen – zu Stätten brutaler Gewalt werden.“ Gotteshäuser seien Orte des Gebetes und Schutzraum für Menschen. „Wer Gotteshäuser schändet und betende Menschen angreift, versündigt sich auch gegen Gott. Dafür kann es keinerlei Rechtfertigung geben, auch keine politische oder religiöse. Ich hoffe sehr“, so Bischof Mussinghoff, „dass der brutale Mord allen die schrecklichen Folgen des Hasses vor Augen führt. Nur wenn der Hass besiegt wird, kann es ein Leben in Sicherheit und Frieden geben.“

 

Quelle: Pressemeldung 19.11.2014 - Nr. 192: http://www.dbk.de/presse/details/?presseid=2677&cHash=fcadc4dfbcd7935c72964c9393f3a035.


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