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Grußbotschaft an die jüdische Gemeinde zu Berlin zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha’Schanah 5772

Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, Berlin, und Bischof Markus Dröge, Berlin-Brandenburg am 28. September 2011

 

Die Offenheit und das gewachsene Vertrauen zwischen den Kirchen und der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland sind  u.a. an der Aufmerksamkeit guter Wünsche zu den jeweiligen Festen ablesbar. Segenswünsche zum jüdischen Neujahrsfest von Seiten der Bischöfe bzw. Kirchenleitungen waren früher eher eine Ausnahme, gehören heute aber zur Pflege der normalen Beziehungen. Ein ökumenisches Beispiel dazu gibt das Glückwunschschreiben, welches Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki für das Erzbistum Berlin und Bischof Markus Dröge für die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz zum jüdischen Neujahr 5772 an die jüdische Gemeinde zu Berlin geschickt haben.

 

Sehr geehrte Frau Süsskind, sehr geehrte Damen und Herren,

mit Freude erwarten Sie in diesen Tagen das Neujahrfest Rosch ha’Schanah und den Beginn des Jahres 5772. Sie werden jetzt des vergangenen Jahres gedenken, Bilanz ziehen, beten und sich an Gottes Erbarmen freuen.

Dazu senden wir Ihnen im Namen der Christinnen und Christen der Evangelischen Kirche Berlin – Brandenburg – Schlesische Oberlausitz und des Erzbistums Berlin die besten Segenswünsche.

Wir danken Ihnen zugleich für die gute Zusammenarbeit, für Ihr Verständnis und Ihre Wertschätzung, die wir viele Male erfahren haben. Möge es viele weitere Kontakte, Begegnungen und gemeinsame Projekte geben. Die Kooperation mit Ihnen ist uns ein Herzensbedürfnis. Sie hat für uns im Rahmen der interreligiösen Gespräche in Berlin Priorität. Dies möchten wir Ihnen ganz bewusst auf dem Weg zum Jom-Kippur-Fest sagen. In Anbetracht der großen historischen Schuld gegenüber dem Judentum, die Deutschland, deutsche Menschen, aber eben auch viele deutsche Christen und Christinnen auf sich geladen haben, sind wir außerordentlich dankbar für die guten Beziehungen, die wir heute zu Ihnen haben. Wir empfinden große Freude darüber, dass jüdisches Leben in Berlin gedeiht (nicht zuletzt auch dafür ist die neue Ausstellung im Centrum Iudaicum ein beredtes Beispiel) und dass Berlin wieder ein reiches jüdisches Festleben hat.

Nur im Geist der Versöhnung und des Friedens können wir als glaubende Menschen Spannungen überwinden. Im Vertrauen auf die Hilfe Gottes wird es auch weiterhin gelingen, den so unermesslich wichtigen Dialog zwischen Ihnen und uns zu leben und voranzubringen.

In diesem Sinne freuen wir uns auf weitere gute Zusammenarbeit und Gemeinsamkeit und wünschen Ihnen eine frohe Festzeit!

שנה טובה ומתוקה

 

Bischof Dr. Markus Dröge                                        Erzbischof Dr. Rainer Maria Woelki
Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-               Erzbistum Berlin
schlesische Oberlausitz

 

Quelle: http://www.erzbistumberlin.de/erzbistum/leitung/erzbischof-von-berlin/grussbotschaft-zum-juedischen-neujahrfest-rosch-haschanah/.

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