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Kommuniqué zum Anschlag auf den jüdischen Supermarkt Hyper Cacher in Paris

Jacqueline Cuche, katholische Präsidentin der Vereinigung für Jüdisch-Christliche Freundschaft in Frankreich (AJCF) vom 10. Januar 2015

 

Am Mittwoch, 7. Januar 2015, hatte ein islamistisch motivierter Anschlag auf die Mitarbeiter im Büro der Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ in Paris zwölf Menschenleben gefordert. Am Freitag, 9. Januar 2015, stürmte ein Attentäter in den jüdischen Supermarkt Hyper Cacher im Osten von Paris und tötete vier jüdische Männer. Die Attentate von Paris stießen auf Abscheu und Protest in ganz Frankreich und Europa sowie in der weiteren Welt. Millionen gingen protestierend auf die Straßen. Der Anschlag auf die Zeitschrift wurde als Anschlag auf die westliche Freiheit und die westlichen Werte verurteilt. Der Überfall auf das jüdische Geschäft ging fast unter.

Menschen, die sich besonders für das christlich-jüdische Verhältnis einsetzen, haben jedoch eigens des Anschlags auf die jüdischen Menschen gedacht und ihre Anteilnahme und Trauer zum Ausdruck gebracht. So tat es Jacqueline Cuche in ihrem Amt als Präsidentin der Amitié Judéo-Chrétienne de France (AJCF); sie ist zugleich Delegierte ihrer Diözese Straßburg im nationalen Rat für die Beziehungen mit dem Judentum. Die katholische Präsidentin hatte bereits zuvor am 8. Januar 2015 nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ mit Protest, Anteilnahme und Trauer Stellung bezogen. In ihrem Kommuniqué zum Anschlag auf das jüdische Geschäft vom 10. Januar 2015 solidarisierte sie sich mit der jüdischen Gemeinschaft als der am stärksten bedrohten Gemeinschaft Frankreichs. In der Barbarei hat sich ihr der Antisemitismus gezeigt. Mit der Trauer äußerte sie die Überzeugung, dass nur ein geschwisterlicher Dialog aller die Keime des Hasses beseitigen kann.

 

Als würde man es – leider! – befürchtet haben, nachdem man die freien Journalisten und die Polizisten, die – einer von ihnen war Muslim – sie schützten, gesehen hatte, so hat der Fanatismus der Terroristen die jüdische Gemeinschaft von Paris getroffen. Einmal mehr identifiziert sich die Barbarei mit Antisemitismus. Einmal mehr erscheint die jüdische Gemeinschaft tragischerweise als die am stärksten bedrohte von Frankreich. Die Vereinigung für jüdisch-christliche Freundschaft in Frankreich teilt ihre Trauer und beweint mit ihr die Opfer des antisemitischen Wahnsinns. Sie sagt ihr ihre Solidarität zu und teilt den Schmerz der Familien der Opfer. Sie kann nur das wiederholen, was sie als ihre vorherige Botschaft nach dem Attentat gegen Charlie Hebdo gesagt hat: nur ein brüderlicher Dialog zwischen allen, Juden, Christen, Muslimen, Gläubigen aller Religionen, Agnostikern und Atheisten wird erlauben, alle Keime des Hasses zu beseitigen.

 

Quelle:

http://www.ajcf.fr/spip.php?article2219 – eigene Übersetzung.

 

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