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Konsultation „Reflexionen über Bund und Mission“

Nationaler Rat der Synagogen in den Vereinigten Staaten und Komitee für Ökumenische und Interreligiöse Angelegenheiten der Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten am 12. August 2002

 

Kaum ein anderer Text zum katholisch-jüdischen Verhältnis in den Vereinigten Staaten hat eine so intensive und kontroverse Diskussion hervorgerufen wie jene Reflexionen, welche Mitglieder des Komitees für Ökumenische und Interreligiöse Angelegenheiten der Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten und des Nationalen Rates der Synagogen in den Vereinigten Staaten zum Verständnis von Bund und Mission vorgelegt haben. Die Diskussion des zweiteiligen Dokuments „Reflexionen über Bund und Mission“ vom 12. August 2002 war in der Öffentlichkeit so heftig, dass sich der mehrjährige Präsident des bischöflichen Komitees Kardinal William H. Keeler zu einer öffentlichen Stellungnahme genötigt sah. In ihr erklärte der Kardinal, die katholischen Reflexionen der Konsultation seien weder eine offizielle Erklärung der amerikanischen Bischofskonferenz noch eine solche ihres Komitees für Ökumenische und Interreligiöse Angelegenheiten. Die katholischen und jüdischen Reflexionen gäben nur den aktuellen Stand der Überlegungen wieder, welche Mitglieder des bischöflichen Komitees und des Synagogenrates als Teilnehmer am katholisch-jüdischen Dialog in den Vereinigten Staaten miteinander ausgetauscht haben.

Die Konsultation wollte Katholiken und Juden zu einem ernsthaften Nachdenken über die beiden genannten Themen ermutigen. Der – einem Vorwort folgende – erste Teil der katholischen Reflexionen macht darauf aufmerksam, dass mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil die positive Wertschätzung des ungekündigten Bundes Gottes mit Israel in der katholischen Kirche gewachsen sei. Diese Wertschätzung und die Anerkennung, dass Gott der jüdischen Gemeinschaft die Sendung aufgetragen hat, Gottes treue Liebe zu bezeugen, führten zu der Überzeugung, missionarische Bemühungen, Juden zum christlichen Glauben zu bekehren, seien in der katholischen Kirche theologisch nicht länger akzeptabel. Der zweite Teil der jüdischen Reflexionen erläutert die Mission des jüdischen Volkes unter den Aspekten der sich aus der Erwählung ergebenden Verpflichtung bzw. Sendung, der Zeugenschaft und der Mission des jüdischen Volkes, um mit der Mahnung zur Heilung oder Vervollkommnung der Welt zu schließen.

Bei der Bearbeitung der Übersetzung wurden  fehlende Angaben zu den herangezogenen Quellen oder Bibelstellen ergänzt. Die Ergänzungen sind mit eckigen Klammern kenntlich gemacht.

 

Vorwort

Für über zwanzig Jahre haben sich führende Persönlichkeiten der jüdischen und römisch-katholischen Gemeinschaften in den Vereinigten Staaten halbjährlich getroffen, um einen weiten Themenkreis katholisch-jüdischer Beziehungen zu diskutieren. Gegenwärtig sind die Teilnehmer an diesen laufenden Konsultationen Delegierte des Bischöflichen Komitees für ökumenische und interreligiöse Angelegenheiten der katholischen Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten (BCEIA) und des Nationalen Rates der Synagogen (NCS). Der NCS repräsentiert die Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner, die Rabbinische Versammlung des konservativen Judentums, die Union der amerikanischen Reformgemeinden und die Vereinigte Synagoge des konservativen Judentums. Seine Eminenz Kardinal William Keeler, Moderator für katholisch-jüdische Beziehungen der US-Bischöfe, Rabbiner Joel Zaiman von der Rabbinischen Versammlung des konservativen Judentums und Rabbiner Michael Signer von der Union der amerikanischen Reformgemeinden führen gemeinsam den Vorsitz der Konsultation. Die [zwischen ihnen geführten] Dialoge haben bereits vorangegangene öffentliche Stellungnahmen über Fragen wie „Kinder und die Umwelt“ und „Handlungen aus religiösem Hass“ hervorgebracht.

Bei ihrer Sitzung am 13. März 2002 in New York City hat die BCEIA-NCS-Konsultation die Frage untersucht, wie die jüdische und die römisch-katholische Tradition gegenwärtig Bund und Mission verstehen. Jede Delegation bereitete Reflexionen vor, die von der Konsultation diskutiert und als Aussagen über den gegenwärtigen Stand dieser Frage innerhalb jeder Gemeinschaft geklärt wurden. Die BCEIA-NCS-Konsultation beschloss, ihre Erwägungen zu veröffentlichen, um Juden und Katholiken überall in den Vereinigten Staaten zu ermutigen, über diese Angelegenheiten ernsthaft nachzudenken. Nachdem die ursprünglichen Erklärungen ausgiebig verfeinert wurden, werden die getrennten römisch-katholischen und jüdischen Reflexionen über die Themen Bund und Mission hier dargeboten.

Die römisch-katholischen Reflexionen beschreiben die wachsende Achtung gegenüber der jüdischen Tradition, die sich seit dem Zweiten vatikanischen Konzil entfaltet hat. Eine vertiefte katholische Wertschätzung des ewigen Bundes zwischen Gott und dem jüdischen Volk, zusammen mit einer Anerkennung einer den Juden göttlich-gegebenen Mission, Gottes treue Liebe zu bezeugen, führte zu der Überzeugung, dass Kampagnen, die Juden gezielt auf eine Konversion zum Christentum ansprechen, in der katholischen Kirche nicht länger theologisch annehmbar sind.

Die jüdischen Reflexionen beschreiben die Mission der Juden und die Vervollkommnung der Welt. Diese Mission wird unter drei Gesichtspunkten gesehen. An erster Stelle stehen die Verpflichtungen, die sich aus der Liebeserwählung des jüdischen Volkes zu einem Bund mit Gott ergeben. Zweitens besteht die Mission, Zeuge der erlösenden Macht Gottes in der Welt zu sein. Drittens hat das jüdische Volk eine Mission, die sich an alle Menschen richtet. Die jüdischen Reflexionen schließen mit der dringenden Aufforderung an Juden und Christen, eine gemeinsame Tagesordnung zur Heilung der Welt zu artikulieren.

Die NCS-BCEIA-Konsultation ist besorgt über die andauernde Unwissenheit und die gegenseitigen Karikaturen, die immer noch in vielen Kreisen der katholischen und jüdischen Gemeinschaften bestehen. Die Konsultation hofft, dass diese Reflexionen gelesen und diskutiert werden als Teil eines laufenden Prozesses zunehmenden gegenseitigen Verstehens.

Die NCS-BCEIA-Konsultation bestätigt erneut ihre Verpflichtung, unseren Dialog zu vertiefen und ein gutes Einvernehmen zwischen den jüdischen und katholischen Gemeinschaften in den Vereinigten Staaten zu fördern.

 

Römisch-katholische Reflexionen

Einleitung

Die Gaben, die der Heilige Geist der Kirche durch die Erklärung Nostra Aetate des Zweiten vatikanischen Konzils geschenkt hat, entfalten sich weiter. Die Jahrzehnte seit ihrer Proklamation im Jahr 1965 waren Zeugen einer ständigen Annäherung zwischen der römisch-katholischen Kirche und dem jüdischen Volk. Obwohl Kontroversen und Missverständnisse weiterhin vorkommen, hat sich nichtsdestotrotz graduell eine Vertiefung des gegenseitigen Verstehens und des gemeinsamen Vorhabens entwickelt.

Nostra Aetate hat auch eine Reihe von lehramtlichen Unterweisungen inspiriert, davon drei Dokumente, die von der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zu den Juden vorbereitet wurden: Richtlinien und Hinweise für die Durchführung der Konzilserklärung Nostra Aetate Artikel 4 (1974); Hinweise für eine richtige Darstellung von Juden und Judentum in der Predigt und Katechese der katholischen Kirche (1985); und Wir erinnern: Eine Reflexion über die Schoa (1998). Papst Johannes Paul II. hat sich in vielen Ansprachen geäußert und sich in verschiedenen wichtigen Handlungen engagiert, die das katholisch-jüdische Einvernehmen gefördert haben. Zahlreiche Stellungnahmen zum katholisch-jüdischen Verhältnis sind auch überall in der Welt von nationalen katholischen Bischofskonferenzen verfasst worden. In den Vereinigten Staaten haben die Konferenz katholischer Bischöfe und ihre Komitees viele einschlägige Dokumente herausgegeben, einschließlich der „Richtlinien für katholisch-jüdische Beziehungen” (1967, 1985), „Kriterien für die Bewertung von Passionsspielen” (1988), „Gottes Huld währt ewig. Richtlinien für die Darstellung von Juden und Judentum in der katholischen Predigt” (1988) und kürzlich „Katholische Lehre über die Schoa: Umsetzung der Reflexion des Heiligen Stuhls ‚Wir erinnern‘“ (2001).

Ein Überblick dieser über die vergangenen Jahrzehnte hinweg abgegebenen katholischen Erklärungen zeigt, dass sie sich zunehmend immer weiterer Aspekte des komplexen Verhältnisses zwischen Juden und Katholiken angenommen haben, zugleich mit ihrem Einfluss auf die Praxis des katholischen Glaubens. Diese von Nostra Aetate inspirierte Arbeit hat interreligiösen Dialog, gemeinsame Bildungsunternehmen und gemeinsame theologische und historische Forschungen durch Katholiken und Juden einbezogen. Dies wird sich in das neue Jahrhundert hinein fortsetzen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt dieses Erneuerungsprozesses sind die Themen von Bund und Mission in den Vordergrund gerückt. Nostra Aetate regte dieses Denken an, indem es Römer 11,28-29 zitierte und das jüdische Volk bezeichnete als „immer noch von Gott geliebt um der Väter willen, sind doch seine Gnadengaben und seine Berufung unwiderruflich”. Johannes Paul II. hat ausdrücklich gelehrt, dass die Juden „das Gottesvolk des von Gott nie gekündigten Alten Bundes“ sind, „das heutige Volk des mit Mose geschlossenen Bundes” [Ansprache an den Zentralrat der Juden in Deutschland und die Rabbinerkonferenz vom 17. November 1980 in Mainz] und Partner in einem „Bund ewiger Liebe, die niemals widerrufen wurde” [Ansprache an die Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaft der Vereinigten Staaten von Amerika vom 11. September 1987 in Miami].

Die nach Nostra Aetate vollzogene Anerkennung der Fortdauer der Bundesbeziehung des jüdischen Volkes mit Gott hat zu einer neuen Einschätzung der nachbiblischen oder rabbinischen Tradition geführt, die in der christlichen Geschichte beispiellos ist. Die vatikanischen „Richtlinien“ von 1974 bestanden darauf, dass Christen „lernen, welche Grundzüge für die gelebte religiöse Wirklichkeit der Juden nach ihrem eigenen Verständnis wesentlich sind“ [Einleitung]. Die vatikanischen „Hinweise“ von 1985 priesen das nachbiblische Judentum für das Tragen „eines heldenhaften Zeugnisses seiner Treue zum einzigen Gott in die ganze Welt“, um „‚ihn im Angesicht aller Lebenden zu verherrlichen‘ (Tobit 13,4)“ [Nr. 25]. Die „Hinweise“ bezogen sich weiterhin auf Johannes Paul II., der die Christen daran erinnerte, „von wie großer ununterbrochener geistiger Schöpferkraft diese Fortdauer Israels begleitet ist — in der rabbinischen Epoche, im Mittelalter und in der Neuzeit —, ausgehend von einem Erbe, das wir lange Zeit gemeinsam hatten, und zwar so sehr gemeinsam, dass ‚der Glaube und das religiöse Leben des jüdischen Volkes, wie sie noch jetzt bekannt und gelebt werden… dazu beitragen (können), bestimmte Aspekte des Lebens der Kirche besser zu verstehen‘ (Johannes Paul II., am 6. März 1982)“ [Nr. 25]. Dieses Thema ist von den katholischen Bischöfen der Vereinigten Staaten in Erklärungen wie „Gottes Huld währt ewig“ aufgenommen worden, das Prediger anweist, „frei im Heranziehen jüdischer Quellen (rabbinischer, mittelalterlicher und moderner) bei der Herausarbeitung der Bedeutung der Hebräischen Schriften und apostolischen Texte“ [Nr. 31] zu sein.

Die nachbiblische „geistliche Fruchtbarkeit“ des Judentums blieb auch in Ländern erhalten, in denen Juden eine winzige Minorität waren. Das war so im christlichen Europa, obwohl, wie Kardinal Edward Idris Cassidy bemerkte, „in der christlichen Welt von der Zeit des Kaisers Konstantin an Juden isoliert und diskriminiert wurden. Es gab Vertreibungen und erzwungene Konversionen. Die Literatur propagierte Stereotypen, und in Predigten wurden die Juden aller Zeiten des Gottesmordes bezichtigt“ [Reflexionen zum Vatikanischen Dokument über die Schoa vom 28 Mai 1998]. Diese historische Zusammenfassung verstärkt die Wichtigkeit der Lehre der vatikanischen „Hinweise“ von 1985, „Der Fortbestand Israels (wo doch so viele Völker des Altertums spurlos verschwunden sind) ist eine historische Tatsache und ein Zeichen im Plan Gottes, das Deutung erheischt“ [Nr. 25].

Die Kenntnis der Geschichte jüdischen Lebens innerhalb des Christentums veranlasst uns außerdem, biblische Texte wie Apostelgeschichte 5,33-39 mit neuen Augen zu lesen. In diesem Abschnitt erklärt der Pharisäer Gamaliel, nur Bewegungen göttlichen Ursprungs hätten Bestand. Wenn dieses Prinzip des Neuen Testaments von Christen heute als gültig für das Christentum angesehen wird, dann muss es sich logischerweise auch auf das nachbiblische Judentum anwenden lassen. Das rabbinische Judentum, das sich nach der Zerstörung des Tempels entwickelte, muss dann ebenfalls „von Gott“ sein.

Neben diesen theologischen und historischen Erwägungen sind viele Katholiken in den Jahrzehnten seit Nostra Aetate durch die Gelegenheit gesegnet worden, persönlich das reiche religiöse Leben des Judentums und die göttlichen Gaben der Heiligkeit zu erfahren.

 

Die Mission der Kirche: Evangelisation

Derartige Reflexionen und Erfahrungen des ewigen Bundeslebens des jüdischen Volkes mit Gott werfen Fragen auf über die christliche Aufgabe, die Gaben des Heils zu bezeugen, die die Kirche durch ihren „neuen Bund“ in Jesus Christus empfängt. Das Zweite vatikanische Konzil fasste die Mission der Kirche folgendermaßen zusammen:

Während sie selbst der Welt hilft oder von dieser vieles empfängt, strebt die Kirche nach dem einen Ziel, nach der Ankunft des Reiches Gottes und der Verwirklichung des Heiles der ganzen Menschheit. Alles aber, was das Volk Gottes in der Zeit seiner irdischen Pilgerschaft der Menschenfamilie an Gutem mitteilen kann, kommt letztlich daher, dass die Kirche das „allumfassende Sakrament des Heiles“ ist, welches das Geheimnis der Liebe Gottes zu den Menschen zugleich offenbart und verwirklicht. [Pastorale Konstitution Gaudium et spes, Nr. 45].

Die Mission der Kirche kann in einem Wort zusammengefasst werden: Evangelisation. Papst Paul VI. gab dafür eine klassische Definition: „Evangelisieren besagt für die Kirche, die Frohbotschaft in alle Bereiche der Menschheit zu tragen und sie durch deren Einfluss von innen her umzuwandeln und die Menschheit selbst zu erneuern“. Evangelisation bezieht sich auf eine komplexe Wirklichkeit, die manchmal missverstanden und auf die Anwerbung neuer Taufkandidaten reduziert wird. Es ist die Weiterführung der Mission Jesu Christi, der das Leben des Reiches Gottes verkörperte, durch die Kirche. Wie Papst Johannes Paul II. erklärte:

Das Reich bezieht alle ein: die einzelnen, die Gesellschaft, die ganze Welt. Für das Reich wirken bedeutet Anerkennung und Förderung der göttlichen Dynamik, die in der Geschichte der Menschheit anwesend ist und sie umformt. Das Reich aufbauen bedeutet arbeiten zur Befreiung vom Übel in allen seinen Formen. Das Reich Gottes ist letztlich die Offenbarung und Verwirklichung seiner Heilsabsicht in ganzer Fülle [Enzyklika Redemptoris missio, Nr. 15].

Es ist hervorzuheben, dass Evangelisation, das Werk der Kirche für das Reich Gottes, nicht von ihrem Glauben an Jesus Christus getrennt werden kann, in welchem Christen das Reich als „gegenwärtig und erfüllt“ vorfinden. Evangelisation schließt ein: die kirchlichen Aktivitäten des Gegenwärtigseins und des Zeugnisses, das Engagement in der gesellschaftlichen Entwicklung und menschheitlichen Befreiung, den christlichen Gottesdienst, Gebet und Kontemplation, den interreligiösen Dialog, die Verkündigung und Katechese.

Diese letztgenannte Aktivität von Verkündigung und Katechese  - die „Einladung zu einem Engagement des Glaubens an Jesus Christus und zum Eintritt durch die Taufe in die Gemeinschaft der Glaubenden, die die Kirche ist“ [Päpstlicher Rat für den Interreligiösen Dialog, Reflexion „Dialog und Verkündigung“, Nr. 10]  - wird manchmal als gleichbedeutend mit „Evangelisation“ angesehen. Dies ist jedoch eine Engführung und tatsächlich nur einer der vielen Aspekte der „evangelisierenden Mission“ der Kirche im Dienst an Gottes Reich. Es folgt daraus, dass Katholiken, die am interreligiösen Dialog teilnehmen, sich an einer wechselseitig bereichernden Austausch von Gaben beteiligen, die frei ist von jeglicher Absicht, den Dialogpartner zur Taufe einzuladen, dennoch ihren eigenen Glauben an das Reich Gottes, das in Christus verkörpert ist, bezeugen. Dies ist eine Form der Evangelisierung, eine Weise des Engagements in der Mission der Kirche.

 

Evangelisation und das jüdische Volk

Das Christentum hat ein absolut einzigartiges Verhältnis zum Judentum, weil „unsere beiden Religionsgemeinschaften auf der Ebene ihrer je eigenen religiösen Identität eng und beziehungsvoll miteinander verbunden sind“ [Johannes Paul II., Ansprache an leitende Persönlichkeiten jüdischer Organisationen vom 12. März 1979].

Die Heilsgeschichte macht unser besonderes Verhältnis zum jüdischen Volk deutlich. Jesus gehört dem jüdischen Volk an, und er gründete seine Kirche innerhalb der jüdischen Nation. Ein Großteil der Heiligen Schriften, welche wir Christen als das Wort Gottes lesen, bildet das geistliche väterliche Erbe, das wir mit Juden teilen. Folglich muss jedwede negative Haltung ihnen gegenüber vermieden werden, weil „Juden und Christen, um ein Segen für die Welt zu sein, zuerst einander zum Segen sein müssen“ [Johannes Paul II., Botschaft an die Koordinierungskommission jüdischer Vereinigungen Polens vom 6. April 1993].

Als Folge von Nostra Aetate hat sich eine vertiefte katholische Anerkennung vieler Aspekte unserer einzigartigen geistlichen Verbindung mit Juden durchgesetzt. In Sonderheit hat die katholische Kirche erkannt, dass ihre Mission, das Kommen des Reiches Gottes vorzubereiten, mit dem jüdischen Volk geteilt wird, wenn auch Juden sich diese Aufgabe nicht christologisch vorstellen, wie es die Kirche tut. Entsprechend äußerten sich die vatikanischen „Hinweise“ von 1985:

Aufmerksam horchend auf denselben Gott, der gesprochen hat, hangend am selben Wort, haben wir ein gleiches Gedächtnis und eine gemeinsame Hoffnung auf Ihn, der der Herr der Geschichte ist, zu bezeugen. So müssten wir unsere Verantwortung dafür wahrnehmen, die Welt für die Ankunft des Messias vorzubereiten, indem wir miteinander für soziale Gerechtigkeit und für Respektierung der Rechte der menschlichen Person und der Nationen zur gesellschaftlichen und internationalen Versöhnung wirken. Dazu drängt uns, Juden und Christen, das Gebot der Nächstenliebe, eine gemeinsame Hoffnung auf das Reich Gottes und das große Erbe der Propheten [Nr. 11].

Wenn die Kirche nun mit den Juden eine zentrale und bestimmte Aufgabe teilt, was sind die Folgerungen für die christliche Verkündigung der Frohen Botschaft Jesu Christi? Sollten Christen Juden zur Taufe einladen? Hier handelt es sich um eine komplexe Frage nicht nur im Blick auf das christliche theologische Selbstverständnis, sondern auch im Blick auf die Geschichte von Christen, die Juden zur Taufe zwangen.

In einer bemerkenswerten und immer noch höchst sachdienlichen Studie, die beim sechsten Treffen des Internationalen katholisch-jüdischen Verbindungskomitees in Venedig vor 25 Jahren vorgelegt wurde, untersuchte Prof. Tommaso Federici die missiologischen Implikationen von Nostra Aetate. Er trat aus historischen und theologischen Gründen dafür ein, dass es in der Kirche keine Organisationen gleich welcher Art geben sollte, die sich der Bekehrung von Juden widmen. Dies ist in den darauf folgenden Jahren die de facto Praxis der katholischen Kirche gewesen.

In jüngster Zeit erklärte Kardinal Walter Kasper, Präsident der Päpstlichen Kommission für die Beziehungen zu den Juden, diese Praxis. In einer formalen Erklärung – zuerst beim siebzehnten Treffen des Internationalen katholisch-jüdischen Verbindungskomitees im Mai 2001 abgegeben und später im gleichen Jahr in Jerusalem wiederholt – sprach Kardinal Kasper über „Mission“ im engen Sinn als „Verkündigung“ oder Einladung zur Taufe und Katechese. Er zeigte, warum solche Initiativen Juden gegenüber nicht angemessen sind:

Der Begriff Mission im eigentlichen Sinne (bezieht sich) auf die Bekehrung von falschen Göttern und Götzen zu dem wahren und einzigen Gott, der sich selbst in der Heilsgeschichte mit seinem auserwählten Volk geoffenbart hat. So kann Mission in diesem strengen Sinne nicht im Blick auf Juden, die an den wahren und einzigen Gott glauben, verwendet werden. Deshalb – und das ist charakteristisch – gibt es katholischerseits auch keine organisierte oder institutionalisierte Judenmission [Dominus Iesus. Ansprache beim 17. Jahrestreffen des Internationalen katholisch-jüdischen Verbindungskomitees vom 1. Mai 2001 in New York].

Wie wir schon vorher sagten, ist Dialog nicht nur objektive Information; Dialog involviert die ganze Person. So bezeugen Juden im Dialog ihren Glauben, bezeugen, was sie durchtrug in den dunklen Perioden ihrer Geschichte und ihres Lebens, und Christen geben Rechenschaft über die Hoffnung, die sie in Jesus Christus haben. Indem sie das tun, sind beide weit entfernt von jeder Art von Proselytismus, doch beide können voneinander lernen und einander bereichern. Wir wollen beide unser tiefstes Interesse einer oft desorientierten Welt mitteilen, die ein solches Zeugnis braucht und danach sucht [Referat „Der jüdisch-christliche Dialog“ vom November 2001 in Jerusalem].

In den Augen der katholischen Kirche ist das Judentum eine Religion, die göttlicher Offenbarung entspringt. Wie Kardinal Kasper bemerkte: „Gottes Gnade, welche nach unserem Glauben die Gnade Jesu Christi ist, [ist] für alle zugänglich. Daher glaubt die Kirche, dass das Judentum, d. h. die gläubige Antwort des jüdischen Volkes auf Gottes unwiderruflichen Bund, heilbringend für es ist, denn Gott ist seinen Verheißungen treu“ [Dominus Iesus. Ansprache].

Diese Erklärung des Heilsbundes Gottes bezieht sich ganz spezifisch auf das Judentum. Obgleich die katholische Kirche alle religiösen Traditionen respektiert und durch den Dialog mit ihnen die Arbeit des Heiligen Geistes erkennen kann, und obwohl wir glauben, dass Gottes unendliche Gnade ganz sicher allen Gläubigen anderer Religionen zur Verfügung steht, kann die Kirche doch nur über Israels Bund mit der Gewissheit des biblischen Zeugnisses sprechen. Das liegt daran, dass Israels Schriften Teil unseres biblischen Kanons sind, und sie haben „bleibenden Wert ... (der) durch die spätere Interpretation im Licht des Neuen Testaments… nicht entwertet wird“ [Richtlinien, Nr. II].

Nach römisch-katholischer Lehre bleiben sowohl die Kirche als auch das jüdische Volk im Bund mit Gott. Wir beide haben darum Missionen vor Gott in der Welt zu übernehmen. Die Kirche glaubt, dass die Mission des jüdischen Volkes nicht auf seine historische Rolle als jenes Volk beschränkt ist, in das Jesus „nach dem Fleisch“ (Röm. 9,5) geboren wurde und aus dem die Apostel der Kirche kamen. Wie Kardinal Joseph Ratzinger kürzlich schrieb: Es ist „Gottes Verfügung an[zu]erkennen, der Israel offenbar in der ‚Zeit der Heiden‘ eine eigene Sendung aufgetragen hat“ [Joseph Kardinal Ratzinger, Die Vielfalt der Religionen und der Eine Bund, Hagen 1998, 110f.] Gleichwohl kann allein das jüdische Volk selbst seine Mission im Licht seiner eigenen religiösen Erfahrung artikulieren.

Dennoch nimmt die Kirche wahr, dass die Mission des jüdischen Volkes ad gentes (an die Nationen) fortbesteht. Es ist dies eine Mission, die die Kirche auch in ihrer eigenen Weise nach ihrem Verständnis des Bundes verfolgt. Der Sendungsbefehl des auferstandenen Jesus in Matthäus 28,19 zu „allen Nationen“ (griechisch = ethne, sinnverwandt mit dem hebräischen = gojim, d. h. alle Nationen außerhalb Israels) bedeutet, dass die Kirche die Frohe Botschaft von Christus bezeugen muss, um die Welt auf die Fülle des Reiches Gottes vorzubereiten. Diese Aufgabe der Evangelisation schließt jedoch nicht länger den Wunsch ein, den jüdischen Glauben ins Christentum zu absorbieren und dadurch das charakteristische Zeugnis der Juden über Gott in der Menschheitsgeschichte zu beenden.

Während also die katholische Kirche die Heilstat Christi im Prozess des Heils für alle Menschen als zentral ansieht, erkennt sie doch auch, dass sich Juden bereits in einem Heilsbund mit Gott befinden. Die katholische Kirche muss immer evangelisieren und wird immer ihren Glauben an die Gegenwart des Reiches Gottes in Jesus Christus den Juden wie allen andern Menschen bezeugen. Indem sie das tut, respektiert sie jedoch in vollem Maß die Prinzipien der Religionsfreiheit und Gewissensfreiheit, so dass aufrichtige Konvertiten aus jeder Tradition und aus jedem Volk, einschließlich dem jüdischen, willkommen geheißen und angenommen werden.

Nun allerdings erkennt die Kirche, dass Juden ebenfalls von Gott berufen sind, die Welt auf das Reich Gottes vorzubereiten. Ihr Zeugnis für das Reich Gottes, das ja nicht in der kirchlichen Erfahrung Christi des Gekreuzigten und Auferstandenen seinen Ursprung hat, darf nicht durch die Bemühung eingeschränkt werden, das jüdische Volk zum Christentum zu bekehren. Das charakteristische jüdische Zeugnis muss erhalten bleiben, wenn Katholiken und Juden in Wahrheit „einander zum Segen“ sein sollen, wie es sich Papst Johannes Paul II. [Botschaft vom 6. April 1993] vorstellte. Das steht im Einklang mit der im Neuen Testament ausgedrückten göttlichen Verheißung, dass Juden berufen sind „Gott ohne Furcht zu dienen, in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor Gott all ihre Tage“ (Lukas 1,74-75).

Zusammen mit dem jüdischen Volk erwartet die katholische Kirche in den Worten von Nostra Aetate „den Tag, der nur Gott bekannt ist, an dem alle Völker mit einer Stimme den Herrn anrufen und ihm ‚Schulter an Schulter dienen‘“ (Soph 3,9; siehe Jes 66,23; Röm 11,11-32).

 

Jüdische Reflexionen 

Die Mission der Juden und die Vervollkommnung der Welt

In der nie endenden Suche, dem Leben Sinn zu geben, versuchen Gemeinschaften wie auch Individuen, ihre Sendung in der Welt zu definieren. So natürlich auch die Juden.

Die Mission der Juden ist Teil einer dreifachen Sendung, die in der Schrift wurzelt und in späteren jüdischen Quellen entwickelt wurde. An erster Stelle steht der Bund: der immer neu gestaltende Antrieb zu jüdischem Leben, der sich aus dem Bund zwischen Gott und den Juden ergibt. Zweitens geht es um den Auftrag des Zeugnisses, in dem sich Juden als Gottes ewige Zeugen Seiner Existenz und Seiner erlösenden Macht in der Welt verstehen (und auch häufig von andern so gesehen werden). Drittens geht es um die Sendung an die Menschheit, eine Sendung, welche die biblische Geschichte der Juden so versteht, dass sie eine Botschaft über das Judentum hinaus beinhaltet. Sie setzt voraus, dass es um eine Botschaft und eine Sendung geht, die sich an alle Menschen richtet.

 

Die Mission des Bundes

Die Juden sind der Same Abrahams, Isaaks und Jakobs, die physische Verkörperung des Bundes Gottes mit diesen Vorfahren.

Nachdem Abraham von Gott berufen wird, macht er sich nicht nur auf die Reise ins Land Kanaan, sondern Gott erscheint dem Neunundneunzigjährigen und befiehlt ihm: „Geh deinen Weg vor mir und sei rechtschaffen! Ich will einen Bund stiften zwischen mir und dir und dich sehr zahlreich machen“ [Gen 17,1f.]. Der Bund wird beschrieben als „ewig, [...] dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein“ [Gen 17,7]. Der Bund schließt das Land Kanaan ein als immerwährendes Erbe. Es gibt für den Bund ein leibhaftiges Symbol: die Beschneidung aller männlichen Juden am achten Tag ihres Lebens.

Der Bund ist sowohl leiblich als auch geistig. Die Juden sind ein reales Volk. Der Bund ist ein Bund des Fleisches. Das Land ist ein realer Ort. Aber es ist auch ein Bund des Geistes, denn er ist verbunden mit dem Auftrag „in Seinen Wegen zu wandeln“.

Die Juden sind ein Volk, das durch Gottes liebende Erwählung ins Dasein gerufen wurde. Warum tut Gott so etwas? Die Tora erzählt uns die Geschichte eines einzigartigen Gottes, der, anders als der Gott des Aristoteles, sich nicht mit der Selbstkontemplation zufrieden gibt. Es handelt sich um ein großes Geheimnis; aber Gott, der sich wesentlich unserer Kenntnis entzieht, wollte eine Welt ins Dasein rufen. Er gab seinen Geschöpfen als einziges Gebot, nicht von einer bestimmten Frucht im Garten Eden zu essen. Und was taten sie? Sie aßen die Frucht.

So wurde Gott, der sich entschieden hatte, an Seinem unaussprechlichen Selbst teilhaben zu lassen, geleugnet. Es dauerte nicht lange, und die Erde wurde verdorben. Und Gott begann aufs Neue, indem Er die Schöpfung zerstörte, die Urwasser wieder zusammenströmen ließ und nur Noah und seine Familie übrigblieben. Aber auch das gelang nicht, denn sobald sie aus der Arche gehen, betrank und entblößte sich Noah. Wieder geht es abwärts – bis jene Geschichte beginnt, die gelingt und die das Herz der biblischen Erzählung ist: die Geschichte Abrahams und seiner Nachkommen, der Juden.

Der Bund ist nicht nur eine Verheißung oder eine allgemeine Ermahnung zur Vollkommenheit. Nachdem das Volk Israel zur großen Gemeinschaft geworden war und die Knechtschaft Pharaos erlitten hatte, wird es unter außergewöhnlichen Wundern aus Ägypten befreit. Sie kommen zum Sinai und der Bund gewinnt Inhalt: die Gesetze und Satzungen, die dort und später im „Zelt der Begegnung“ gegeben werden.

„Ihr habt gesehen, was Ich den Ägyptern angetan habe, wie Ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe. Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir gehört die ganze Erde, ihr aber sollt mir als ein Reich von Priestern und ein heiliges Volk sein“ [Ex 19,4-6].

Für Juden ist dies nicht göttliche Schmeichelei, sondern die Bürde göttlicher Verpflichtung. Die theologische Definition der Juden lautet somit: ein leibhaftiges Volk, das berufen ist, in einem besonderen Verhältnis mit Gott zu leben. Der spezielle Inhalt dieser Beziehung ist: Belohnungen für ihre Pflege, Strafen für ihre Preisgabe.

Eine solche Sicht der Juden ist nicht auf die normale soziologische Definition eines Volkes oder einer Gemeinschaft zugeschnitten. Es ist durchaus möglich, dass den meisten Juden diese theologische Soziologie unangenehm ist. Man ist eher geneigt, die Juden entweder als ethnische Gruppe oder als eine Glaubensgemeinschaft ohne Verbindung zu einem Volk zu sehen. Aber das ist nicht die Vorstellung der Juden in der Bibel und in der späteren jüdischen Literatur. Die Juden sind, wohl oder übel, reich oder arm, Partner Gottes in einem manchmal stürmischen und manchmal idyllischen Liebesverhältnis, in einer liebevollen Ehe, die Gott und das Volk Israel auf ewig verbindet, und einer jüdischen Existenz, die tiefst mögliche Bedeutung gibt.

Als praktische Folge ergibt sich daraus, dass die erste Mission der Juden sich an die Juden richtet. Das bedeutet, die jüdische Gemeinschaft ist bemüht, ihre eigene Identität zu bewahren. Da dies nicht immer selbstverständlich ist, ist es der Grund, warum Juden miteinander ständig über die Stärke ihrer Institutionen und die Fähigkeit der Gemeinschaft reden, ihre Kinder zu unterrichten. Daraus entsteht eine Abscheu vor der Mischehe. Es erklärt die Leidenschaft zum Studium der Tora. Das Risiko jüdischen Lebens ist hoch, und um Gott nicht zu verlassen, wendet die jüdische Gemeinschaft viel Energie, um zu sehen, dass die Bundesgemeinschaft funktioniert.

 

Die Mission des Zeugnisgebens

Jesaja spricht von der Rolle der Juden, die über sie selbst hinausgeht. „Ihr seid meine Zeugen – Spruch des Herrn – und auch mein Knecht, den ich erwählte“ [Jes 43,10].

Die Juden sind Gottes Zeugen, dass es einen Gott gibt, der ihr Schöpfer ist, dass Er Einer ist und dass Götzen keine Macht haben – „Vor mir wird jedes Knie sich beugen, und jede Zunge wird bei mir schwören“ [Jes 45,23] – und dass Gottes Macht eine erlösende Macht ist, erstaunlicher als Menschen es sich vorstellen können.

Worin zeigt sich die Macht Gottes? Im Leben von Nationen, einschließlich des Falls und Wiedererstehens der Nation Israels. Und es ist wohlbekannt aus der Tora und aus den prophetischen Büchern, dass das Leiden Israels als ein Zeugnis für Gottes Bund mit Israel verstanden wird.

Was nicht verstanden wird, zumindest nicht gut genug: Gott will, dass die Nationen die Erlösung Israels sehen und davon beeindruckt sind. Das ist es z.B., was Gott dem Pharao und den Ägyptern zeigen will. Es ist offensichtlich nicht genug, das Volk Israel einfach aus der Knechtschaft zu befreien. Die Erlösung ist für die Öffentlichkeit bestimmt, erfüllt mit Zeichen und Wundern. Denn es ist beabsichtigt, die große Nation von Ägypten über die Macht, die Herrlichkeit und das Interesse des Gottes Israels an der Befreiung von Sklaven zu belehren.

In diesem Sinn spricht der Prophet Jesaja von den Juden auch als „Licht der Nationen“. „Ich richte die Stämme Jakobs wieder auf und führe die Verschonten Israels heim: Ich mache dich zum Licht für die Völker, damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht“ [Jes 49,6]. Die Nationen werden die Erlösung des Volkes Israel sehen und sie werden staunen. Darum werden sie lernen, wenn sie es nicht schon vorher gelernt haben, dass der Herr, der Gott Israels, Seinem Volk Sein Land wiedergibt.

Der Freudenbote sagt zu Zion: „Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hügelig, werde eben“ [Jes 40,4]. Dies ist keine Rhetorik über eine mystische Manifestation Gottes, die die Natur verwandelt. Es ist ein kühnes Bild, um über die Schaffung einer außergewöhnlichen Straße zu sprechen, um das exilierte Volk in sein Land zurückzubringen.

Obwohl wir oft und lange über unsere Sünden nachdenken, ist doch Gottes Anliegen nicht das Leiden. Gottes Anliegen ist die Macht der Vergebung und die Macht Seiner Liebe, wie sie sich in der Erlösung Israels manifestiert. Es ist darum eine der großen Aufgaben der Theologie, sich von der Leidensbotschaft zu lösen. Die große Botschaft Gottes liegt in der Macht der Erlösung. Die große Hoffnung der Juden ist ihre Erlösung und der Wiederaufbau ihres nationalen Staates. Das Zeugnis, das zu geben ist, ist die Bezeugung Gottes, der Sein Volk erlöst.

 

Die Mission an die Menschheit

Das Anliegen der Bibel ist eine Botschaft und eine Vision nicht nur an Israel, sondern an die gesamte Menschheit. Jesaja spricht zweimal von den Juden als Licht der Völker [Jes 42,6; 49,6]. Was bedeutet es, wenn er darüber hinaus von den Juden als einem „Bundesvolk und einem Licht der Nationen“ spricht? David Kimchi, ein Kommentator des Mittelalters, sah im „aufstrahlenden Licht“ das Licht der Tora, das von Zion ausstrahlt. Da die Botschaft der Tora Frieden ist, vermittelt das aufstrahlende Licht eine Botschaft des Segens des Friedens, der in der ganzen Welt herrschen sollte. Die messianische Vision ist: „Er verkündet für die Völker den Frieden“ [Sach 9,10]. Darum sagt Jesaja, in jener Zeit „wird er Recht sprechen im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen“ [Jes 2,4].

Es ist ein Fehler, wie Jona zu denken, dass Gott sich nur für die Juden interessiere. Als Jona in die große heidnische Stadt Ninive gesandt wird, weigert er sich, Gottes Befehl auszuführen und den Menschen in Ninive zu verkünden, dass sie Buße tun sollen. Erst durch Leiden lernt Jona, dass sich Gottes Wort auch an die Niniviten richtet. Schließlich geht er hin, und die Einwohner Ninives rufen ein Fasten aus. Die Großen wie die Kleinen, sogar der König selbst, kleiden sich in Sackleinen. Sie fasteten nicht nur, die Bibel sagt, sie „wandten sich ab von ihren bösen Taten“ [Jona 3,10].

Man hätte erwartet, Jona würde von seinem Erfolg begeistert sein. Stattdessen ist er niedergeschlagen. Dafür gibt es möglicherweise zwei Gründe. Erstens glaubte er, Sünde müsse bestraft werden, und Gottes Barmherzigkeit sollte diese Bestrafung nicht verhindern. Und zweitens: Wer waren die Einwohner Ninives? Welches Recht hatten sie auf Gottes innige Fürsorge und vergebende Liebe?

Jona verlässt die Stadt und setzt sich an ihrer Ostseite nieder, baut eine Hütte und sitzt in ihrem Schatten. Und der Herr lässt eine Rizinusstaude über ihn wachsen, die ihm Schatten bietet. Jona freut sich sehr! Bis Gott am nächsten Tag in der Morgenröte einen Wurm veranlasst, die Pflanze anzunagen, bis sie verdorrt. Und dann lässt Gott einen leichten Ostwind aufkommen, und die Sonne sticht Jona auf den Kopf, bis er ermattet. Und er will sterben.

Dann spricht Gott zu Jona: „Ist es recht von dir, wegen des Rizinusstrauches zornig zu sein? … Dir ist es leid um den Rizinusstrauch, für den du nicht gearbeitet und den du nicht großgezogen hast. Über Nacht war er da, über Nacht ist er eingegangen. Mir aber sollte es nicht leid sein um Ninive, die große Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen leben, die nicht einmal rechts und links unterscheiden können – und außerdem so viel Vieh?“ [Jona 4,10f.].

Der Gott der Bibel ist der Gott der Welt. Seine Visionen sind Visionen für die gesamte Menschheit. Seine Liebe ist eine Liebe, die sich auf alle Geschöpfe erstreckt.

Hiob, der leidende Mann der Schrift, wird in keiner Weise als Jude dargestellt. Ist das ein Wunder? Das Leiden der Menschheit ist nicht auf ein bestimmtes Volk begrenzt. Der Bund mag das Problem für Juden besonders beschwerlich machen, aber wir alle versuchen, mit dem Problem der Leiden des Gerechten fertig zu werden. Hiob ist der Mensch schlechthin. Gottes Ruf an ihn aus dem Sturmwind ist Gottes Ruf an die Gerechten auf der ganzen Welt, die den Sinn ihres Schicksals zu verstehen suchen.

Der Gott, der Abraham liebte, – „Aber du, mein Knecht Israel, du Jakob, den ich erwählte, Nachkomme meines Freundes Abraham“ [Jes 41,8] – liebt alle Menschen. Denn Er ist der Schöpfer der Welt. Adam und Eva waren Seine ersten Geschöpfe, und sie wurden lange vor den ersten Juden geschaffen. Sie sind „nach Gottes Ebenbild“ geschaffen, wie alle ihre Kinder bis in Ewigkeit. Nur das menschliche Geschöpf trägt die göttliche Ebenbildlichkeit.

Der Talmud sagt, Gott schuf die Welt mit nur einem ursprünglichen Wesen um zu lehren, wenn einer eine einzige Seele vernichtet, ist es, als hätte er die ganze Welt vernichtet. Und wenn einer eine einzige Seele rettet, ist es, als hätte er die ganze Welt gerettet. Und der Talmud lehrt das Konzept des Friedens in der Welt, so dass niemand sagen sollte, mein Vater ist größer als dein Vater [Mischna Sanhedrin 4,5].

„Seid ihr für mich mehr als die Kuschiter, ihr Israeliten? – Spruch des Herrn. Wohl habe ich Israel aus Ägypten heraufgeführt, aber ebenso die Philister aus Kaftor und die Aramäer aus Kir“ [Amos 9,7]. Alle sind Gottes Volk.

Als Abraham Gott gegenüber die Frage nach der göttlichen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit aufwirft, argumentiert er zugunsten der sündigen Bevölkerung Sodoms. Abraham formuliert seine Herausforderung Gottes im Sinn des gerecht handelnden Gottes. Die Unschuldigen sollten nicht leiden. Und die Herausforderung geschieht nicht aufgrund einer besonderen Beziehung, die sich aus dem Bund Gottes mit den Juden ergibt. Vielmehr setzt die Bibel eine göttliche Gerechtigkeit und Barmherzigkeit voraus, die die ganze Welt umfasst. Barmherzigkeit und Gerechtigkeit herrschen, denn der Schöpfergott ist der Gott der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit in der ganzen Welt.

Wenn Amos bittet, dass „das Recht wie Wasser ströme, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“ [Amos 5,24], dann tut er es, weil es einen Gott der ganzen Welt gibt, der sie zur Gerechtigkeit ruft. Auf seine eigene rhetorische Frage nach der Bedeutung religiösen Fastens antwortet Jesaja, es sei Gottes Wille, „die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten frei zu lassen und jedes Joch zu zerbrechen; an die Hungrigen dein Brot auszuteilen und die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen“ [Jes 58,6f.].

Das Judentum setzt voraus, dass alle Menschen verpflichtet sind, ein universales Gesetz zu befolgen. Dieses Gesetz, als die „Sieben Noachidischen Gebote“ bezeichnet, ist auf alle Menschen anwendbar. Es behandelt (1) die Einrichtung von Gerichtsbarkeit, damit in der Gesellschaft das Recht regiert, und die Verbote von (2) Blasphemie, (3) Götzendienst, (4) Inzest, (5) Blutvergießen, (6) Raub und (7) den Verzehr des Fleisches eines noch lebenden Tieres.

Ungeachtet der Tatsache des Bundes machten Maimonides und auch spätere Ausleger deutlich, dass „die Frommen aller Nationen dieser Welt einen Platz haben in der kommenden Welt“.

Deshalb sind im Judentum der absolute Wert des Menschen, seine Geschöpflichkeit nach göttlichem Ebenbild, wie auch Gottes vorrangiges Interesse an Gerechtigkeit und Barmherzigkeit die Basis einer universalen, vereinten Gemeinschaft der (von Gott) Geschaffenen. Diese Gemeinschaft ist berufen, auf die Liebe Gottes zu antworten, indem sie andere Menschen liebt und gesellschaftliche Strukturen errichtet, die die Ausübung von Recht und Barmherzigkeit umfassend ermöglichen, und sie ist berufen, sich unaufhörlich in religiösem Streben zu engagieren, der gebrochenen Welt Heilung zu bringen.

Eines der zentralen Gebete des Judentums drückt es so aus: „Wir hoffen auf Dich, Herr unser Gott, schnell die Schönheit Deiner Macht zu sehen, die Götzen von der Erde verschwinden zu lassen und die falschen Götter zu stürzen, die Welt zu vervollkommnen hinein in das Reich des Allmächtigen, wo alles Fleisch Deinen Namen anrufen wird, wo alle Bösen der Erde sich zu Dir hinwenden werden.“

L‘takken olam be‘malchut Schaddai, die Welt zu vervollkommnen hinein in das Reich des Allmächtigen. Tikkun ha-olam, Vervollkommnung oder Wiederherstellung der Welt ist die gemeinsame Aufgabe der Juden und der gesamten Menschheit. Obwohl Juden sich selbst als in einer Welt lebend betrachten, die noch unerlöst ist, will Gott seine Geschöpfe an der Wiederherstellung der Welt beteiligen.

 

Christen und Juden

Aus der Untersuchung der dreifachen Bedeutung von „Mission“ im klassischen Judentum ergeben sich bestimmte praktische Folgerungen, die auch ein gemeinsames Arbeitsprogramm für Christen und Juden anregen.

Es sollte klar sein, dass jede Missionierung von Christen gegenüber Juden in direktem Widerspruch zur jüdischen Vorstellung steht, dass der Bund selbst die Mission ist. Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass trotz des Bundes für die Völker der Welt keine Notwendigkeit gibt, sich zum Judentum zu bekehren. Zwar gibt es theologische Grundwahrheiten wie den Glauben an die Einheit Gottes und praktische soziale Tugenden, die zur Schaffung einer guten Gesellschaft führen, die zu begreifen für die Menschheit möglich und nötig ist, bedürfen die Menschen nicht des Judentums, um den Einzelnen oder die Gesellschaft zu erlösen. Die Frommen aller Nationen der Welt haben einen Platz in der kommenden Welt.

Ebenso wichtig ist jedoch der Gedanke, dass die Welt der Vervollkommnung bedarf. Obwohl Christen und Juden die messianische Hoffnung, die zu dieser Vervollkommnung erforderlich ist, sehr verschieden verstehen, ob wir - wie die Juden - auf den Messias warten, oder ob wir - wie die Christen - auf das zweite Kommen des Messias warten, wir teilen den Glauben, in einer unerlösten Welt zu leben, die sich nach Wiederherstellung sehnt.

Sollten wir dann nicht ein gemeinsames Arbeitsprogramm erstellen? Sollten wir nicht unsere geistigen Kräfte vereinen, um die gemeinsamen Werte, die zur Heilung der unerlösten Welt führen können, darzulegen und ihnen gemäß zu handeln? Wir haben in der Vergangenheit gemeinsam für soziale Gerechtigkeit gearbeitet; wir sind gemeinsam für Bürgerrechte marschiert; wir haben die Sache der Arbeiter und Landarbeiter verfochten; wir haben unsere Regierung aufgefordert, sich der Anliegen der Armen und Obdachlosen anzunehmen; und wir haben die Führungspersönlichkeiten unseres Landes aufgerufen, sich für nukleare Abrüstung einzusetzen. Dies sind nur einige der Themen, die wir Juden und Christen in Übereinstimmung miteinander aufgegriffen haben.

Um anzudeuten, was wir weiterhin gemeinsam tun können, wollen wir einige konkrete Beispiele aufzeigen, wie das klassische Judentum theologische Ideen ins praktische Leben umsetzt. Und wenn diese Ideen wie Pflastersteine einen Weg ebnen, auf dem wir gemeinsam gehen können, dann werden wir auch gemeinsam eine Straße bauen können, eine gemeinsame Marschroute finden zur Wiederherstellung der Menschheit und der Vervollkommnung der Welt.

 

Gedanken aus dem Talmud über die Wiederherstellung der Welt

Obgleich der prophetische Einsatz für die Notleidenden bekannt ist, sollte betont werden, dass es der Talmud ist, der die Einzelheiten von guten Taten so darlegt, dass sie zu Ecksteinen des Lebens werden. Zedakah (Wohltätigkeit) und gute Taten wiegen gleichwertig alle Gebote der Tora auf. Die Verpflichtung zur Wohltätigkeit ist auf die Armen ausgerichtet, die guten Taten auf Arme und Reiche. Wohltätigkeit dient den Lebenden, gute Taten den Lebenden und den Toten. Wohltätigkeit nimmt vom eigenen Geld, gute Taten setzen das eigene Geld und das eigene Selbst ein.

Schon in talmudischer Zeit waren Wohltätigkeitseinrichtungen zur Armenfürsorge ein wesentlicher Bestandteil des Lebens der Gemeinschaft. Wenn z. B. die Mischna lehrt, dass ein Jude den Pesach-Seder mit vier Bechern Wein feiern muss, merkt sie an, dass die öffentliche Fürsorge (tamhui) den Armen den Wein zur Verfügung zu stellen habe. Die Armen müssen feiern im Gefühl der Würde, freie Menschen zu sein - und das liegt in der Verantwortung der Gemeinschaft. Dennoch, obwohl Wohltätigkeitsinstitutionen ein zentraler Teil des Lebens der Gemeinschaft sind, betont Maimonides, die höchste Form von Wohltätigkeit bestehe darin, dem anderen zu ermöglichen, seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen.

Der umfangreiche Abschnitt des Talmud, der sich mit dem Zivil- und Kriminalrecht (Nezikin/Schäden) beschäftigt, bestimmt und schützt das Recht der Arbeiter auf Entlohnung. Das Gesetz gibt den Verboten der Tora gegen Zinsen eine konkrete Form und erweitert die Gesetze, die Zinsen verbieten, auf viele Arten finanzieller zinsähnlicher Transaktionen, obwohl sie keine eigentlichen Zinsen sind. All dies geschieht, um eine Ökonomie zu schaffen, in der Menschen ermutigt werden, einander finanziell zu helfen als Ausdruck ihrer Gemeinschaft, statt auf diese Weise nur Geld zu machen. Wertpapiere werden geschaffen, um mittellosen Menschen Partnerschaft mit andern zu ermöglichen, statt Kreditnehmer zu bleiben. Auf diese Weise wird menschliche Würde geschützt und die Entwicklung einer Gesellschaft begünstigt, in der sich diese Würde im alltäglichen Leben manifestiert.

Gute Taten, die vom Gesetz gefordert und im Detail entwickelt werden, schließen die Verpflichtungen zum Krankenbesuch und zur Tröstung der Trauernden ein. Juden sind verpflichtet, Gefangene freizukaufen und für Bräute zu sorgen, die Toten zu begraben und andere an ihren Tischen willkommen zu heißen. Der Talmud detailliert die Verpflichtung der Juden, den Alten Hochachtung zu zollen. Sich vor den Alten respektvoll zu erheben und andere besondere Zeichen der Ehrfurcht zu zeigen, sind Reaktionen auf die äußerlichen Probleme des Alterns. Wenn das eigene Gefühl der Würde nachlässt, soll die Gemeinschaft die Würde des Einzelnen bekräftigen.

Das jüdische Gesetz ist natürlich an Juden gerichtet und seine Hauptsorge ist, die Äußerung der Liebe den Gliedern der Gemeinschaft gegenüber zu stärken. Es befasst sich nicht mit Gefühlsregungen, sondern prinzipiell mit Taten. Es ist aber wichtig festzustellen, dass viele dieser Taten gegenüber allen Menschen vorgeschrieben sind. So sagt der Talmud: „Man muss für den heidnischen Armen ebenso sorgen wie für den jüdischen Armen. Man muss den heidnischen Kranken ebenso besuchen wie den jüdischen Kranken. Man muss für die Bestattung eines Heiden so sorgen, wie man für die Bestattung eines Juden sorgt. (Diese Verpflichtungen sind universal), denn dies sind die Wege des Friedens“ [Talmud Gittin 61a].

Die Friedenswege der Tora bekunden eine praktische Antwort auf die heilige Schöpfung der Menschheit nach dem Ebenbild Gottes. Sie verhelfen dazu, die Welt auf das Reich des Allmächtigen hin zu vervollkommnen.

Braucht die Welt nicht einen gemeinsamen Weg, der auf Frieden zielt? Braucht die Menschheit nicht eine gemeinsame Vision des heiligen Charakters unserer menschlichen Existenz, die wir unsere Kinder lehren können und die wir in unseren Gemeinschaften pflegen, um die Wege des Friedens zu fördern? Braucht die Menschheit nicht das Engagement ihrer religiösen Führung, innerhalb jeder Religion und über jede Religion hinaus, die sich die Hände reicht und Verpflichtungen eingeht, die die Menschheit inspirieren und sie anleitet, sich nach der heiligen Verheißung auszustrecken? Für Juden und Christen, die den Ruf Gottes gehört haben, der Welt ein Segen und ein Licht zu sein, sind die Herausforderung und die Mission eindeutig.

Nichts Geringeres sollte unsere Herausforderung sein – und das ist die wahre Bedeutung der Mission, an der wir alle teilnehmen sollten.

 

Quelle: https://www.bc.edu/dam/files/research_sites/cjl/texts/cjrelations/resources/documents/interreligious/ncs_usccb120802.htm - Übersetzung(bearbeitet)  aus: http://www.jcrelations.net/Reflexion___ber_Bund_und_Mission__12__August_2002.2422.0.html?id=720&L=2&searchText=Bund+und+Mission&searchFilter=*.

 

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