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Lehrdokument „Gott begegnen im Freund und Fremden. Förderung von Respekt und gegenseitigem Verständnis zwischen den Religionen“ (Auszug)

Katholische Bischofskonferenz von England und Wales im Jahre 2010

 

Zwei Überzeugungen gaben den katholischen Bischöfen von England und Wales den Anstoß, mit einem eigenen Dokument den Respekt und das gegenseitige Verstehen unter den Religionen zu fördern. Es ist zum einen die Zuversicht, dass der Glaube an Gott, wie er in den großen religiösen Traditionen der Menschheit zum Ausdruck kommt, dem Guten in der heutigen Gesellschaft dienlich ist, und zum anderen die Überzeugung, dass der katholische Glaube den Gläubigen nicht nur auf den einzigartigen Weg zu Gott durch Jesus Christus Orientierung gibt, sondern sie auch durch die Weise führt, wie sie mit Menschen anderer Glaubenstraditionen zusammenleben und -arbeiten. Nach einem Geleit- und Vorwort fasst das Dokument die katholische Lehre über die Beziehungen zu anderen Religionen seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in sechs Kapiteln zusammen: 1. Was ist „interreligiöser Dialog“?; 2. Das sich verändernde Gesicht Großbritanniens; 3. Dialog in der Lehre der katholischen Kirche; 4. Gebet und Gottesdienst; 5. Interreligiöse Heirat; 6.Auf lokaler Ebene. Das Dokument betont, dass der Dialog nicht auf den akademischen Austausch beschränkt ist, sondern dort stattfindet, wo das tägliche Leben in einer Atmosphäre des Respekts und der Offenheit geteilt wird. Der folgende Auszug konzentriert sich auf jene Passagen und Aussagen, welche das Grundverständnis des interreligiösen Dialogs klären, die Beziehung der Kirche zum jüdischen Volk und Judentum und ihren besonderen Charakter ansprechen und auch das Verhältnis dieser Beziehung zu den anderen interreligiösen Beziehungen bedenken.

 

Kapitel 1: Was ist „interreligiöser Dialog“?

Die Heilsgeschichte erzählt diesen langen und vielgestaltigen Dialog, der von Gott ausgeht und zu einer wunderbar verschiedenartigen Zwiesprache mit den Menschen wird.6

1. Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet das Wort „Dialog“ in der Regel ein Gespräch mit Worten, aber in der Lehre der Kirche zum interreligiösen Dialog bedeutet es weit mehr als dieses. 1984 hat das Päpstliche Sekretariat für die Nichtchristen das Wort in folgender Weise beschrieben: „[Dialog]… bezeichnet nicht nur das Gespräch, sondern auch das Ganze der positiven und konstruktiven Beziehungen zwischen den Religionen, mit Personen und Gemeinschaften anderen Glaubens, um sich gegenseitig kennenzulernen und einander zu bereichern.“7

2. In einer Ansprache an den Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog 1990 beschrieb Papst Johannes Paul II. den Dialog noch kürzer: „Der Dialog ist nicht so sehr eine Idee, die untersucht werden muss, als ein Weg des Lebens in positiver Beziehung mit anderen.“8

3. Interreligiöser Dialog schließt demnach, wie die katholische Kirche ihn versteht, das einfache Zusammenleben als gute Nachbarn mit Angehörigen anderer Religionen oder die Zusammenarbeit in Fragen von gemeinsamem Interesse ein, wie z. B. die Probleme von Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung und so weiter. Es schließt die Bereitschaft ein, den Umständen entsprechend zu versuchen, die Religion der Nachbarn besser zu verstehen und etwas von ihrem religiösen Lebens und ihrer Kultur zu erfahren. Mit anderen Worten: Dialog ist vor allem eine geistige Verfassung, eine Haltung.

4. Eine andere, mehr „in die Tiefe“ gehende Form des Dialogs wäre ein tatsächliches Gespräch besonders über spirituelle, theologische oder wissenschaftliche Themen.

 

Die „Herausforderung der Differenz“

5. Im interreligiösen Dialog sprechen wir mit solchen oder beziehen wir uns in einer anderen Weise auf solche, deren Überzeugungen und Werte zumindest teilweise anders sind als die unsrigen. Wir versuchen, den „Golf der Differenz“ zu überqueren und offen zu sein für die Wahrheit und Güte, die wir dort finden, wie fremd ihr Ausdruck uns auch erscheinen mag. Im Dialog können wir entdecken, bis zu welchem Ausmaß unsere Lehren und Werte sich überlappen und wo es wirkliche Unterschiede gibt. Wenn es solche Unterschiede gibt, kann Gott uns manchmal in eine weitere Wahrheit über sich selbst führen, weil das Geheimnis Gottes nie voll in unserem Auffassungsvermögen aufgeht, und die Reise in das Geheimnis ist ohne Ende. Wir sind immer Lernende, auf einer Pilgerfahrt zu einer größeren Fülle der Wahrheit. Manchmal müssen wir jedoch im Licht der Offenbarung Gottes in Christus gestehen, dass das, auf das wir treffen, einfach falsch ist und nicht ein Einblick in Gottes Wahrheit oder Heiligkeit. Es ist ein wesentlicher Teil des Dialogs, dass wir dies so mit Höflichkeit sagen.

6. Als jene, die wir den Dialog suchen, unterscheiden wir uns beträchtlich. Die Anliegen und das Selbstverständnis der anderen wird unsere Erwartungen oft herausfordern. Einige Gruppen oder Einzelpersonen wünschen überhaupt keine Zusammenarbeit und zwar wegen der in ihren religiösen oder kulturellen Traditionen wurzelnden Einwände oder wegen eines Verdachts oder aus Furcht. Der Begriff des Dialogs vor allem im strengsten Sinne eines Gesprächs, in dem beide Seiten offen sind, zu hören und sich durch das Lernen und die Selbstkorrektur zu verändern, und nicht nur als eine Form des Feilschens oder des Streitens oder des Überzeugungsversuchs, kann ein völlig fremder Begriff von Dialog sein. Manchmal werden jene, die am Dialog teilnehmen, von ihren Glaubensgenossen kritisiert. Solche Kritiken entstammen oft einem fehlerhaften oder oberflächlichen Verständnis der Natur des Dialogs selbst.

7. Es ist nutzlos, mit Vorannahmen über die andere Person oder Gemeinschaft zum Dialog zu kommen und bereits mit der Überzeugung (bewusst oder unbewusst), dass wir schon wissen, was sie glauben oder wie sie sich verhalten. Soweit wir können, müssen wir uns selbst von diesen Vorverurteilungen frei machen, uns selbst – um es so zu sagen – „entleeren“, so dass uns des anderen tatsächliche Identität offengelegt werden kann und wir der realen Person und ihren wahren Überzeugungen begegnen und nicht einem Produkt unserer Phantasie. Wir müssen gewiss darauf vorbereitet in den Dialog eintreten, überrascht zu werden und unsere Meinung zu ändern. Die Liebe zu unserem Nachbarn, die Demut und der Respekt vor der Würde des anderen Menschen, der im Bild Gottes geschaffen, verlangen, dass wir dies tun - oder zumindest unser Bestes versuchen, es zu tun. Dies ist der einzige Weg, die wahre Natur der Überzeugungen und der Anliegen des anderen kennenzulernen.

8. Auch wir müssen erkennen, dass die andere Person ihren Anteil von vorgefassten Meinungen über uns haben wird. Wir müssen auf diese hören und mit Geduld klar machen, was wir glauben und was wirklich unsere Werte sind. Wir müssen aufmerksam zuhören und uns ehrlich äußern, im Geiste Christi, im Geist der Nächstenliebe. Für einen Christen ist der interreligiöse. Dialog ein zutiefst Christus-ähnliches Tun.

9. Fazit: Die Herausforderung der Differenz, die Aufgabe, mit Anhängern einer anderen Religion in einen echten Dialog einzutreten, ist der Anspruch, echte Liebe und Respekt, Offenheit für eine unerwartete Wahrheit und Güte mit einem festen Verständnis des eigenen christlichen Glaubens und der Bereitschaft, durch sein Licht geführt zu werden, zu verbinden. Die katholische Kirche von heute erkennt, wie wir noch erklären werden, die Gegenwart dessen, was wahr und heilig ist, in anderen Religionen als „Strahlen der Wahrheit“ und „Samen des Wortes“; aber die Kirche ist auch vorsichtig, solche „Strahlen“ und „Samen“ zu hastig zu identifizieren. Diese Vorsicht sollte unseren Dialog kennzeichnen und dies nicht, um ihn zu untergraben, sondern, um seine Integrität zu gewährleisten. […]

 

Kapitel 3: Dialog in der Lehre der katholischen Kirche

41. Um die Lehre der Kirche zu diesem Thema festzustellen, sollten wir uns vor allem auf die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils und die nachfolgenden päpstlichen Äußerungen beziehen. Wir müssen auch bestimmt sehr bedeutende Handlungen der Päpste zur Kenntnis nehmen, weil Taten lauter als Worte sprechen. Unter diesen erwähnen wir nochmals die Einladungen von Papst Johannes Paul II. zu den Treffen der Religionen in Assisi, um für den Frieden zu beten, und seine Besuche von Stätten, die von anderen Religionen mit besonderer Ehrfurcht bewahrt werden, wie die Holocaust-Gedenkstätte Jad WaSchem in Jerusalem und als Bußfertiger die Westmauer in derselben Stadt. Seinerseits hat Papst Benedikt XVI. auch die Westmauer und die Gedenkstätte Jad WaSchem und die Synagogen in Köln und New York besucht. Er hat auch der Blauen Moschee in Istanbul und der Al-Hussein bin Talal-Moschee in Jordanien einen Besuch abgestattet.

42. Viel Hilfe kann in den Publikationen des Päpstlichen Rats für den Interreligiösen Dialog gefunden werden wie Dialog und Mission (1984) und Dialog und Verkündigung (1991). Die bereits erwähnte Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre Dominus Iesus ist von besonderer Bedeutung.20

 

Die Erklärung Nostra Aetate: Die besondere Position des jüdischen Volkes

43. Das Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils Nostra Aetate oder Erklärung über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen ist die Hauptaussage der Lehrautorität der Kirche über allgemeine Thema des interreligiösen Dialogs. Jedoch ist es wichtig zu beachten, dass es eine besonders entwickelte Lehre über das Verhältnis der Kirche zu den Juden bietet: es war in der Tat für eine lange Zeit der Vorbereitung dieser Aussage einzig und ausschließlich eine Aussage über die Juden. In der Zeit des Konzils in den 1960er Jahren erinnerten die Bischöfe – in einigen Fällen allzu persönlich – an die Übel der Nazis und ihre entsetzlichen Taten des Völkermords gegen das jüdische Volk. Sie waren bestrebt, die Ungerechtigkeiten, die ihm nicht nur im 20. Jahrhundert angetan worden waren, sondern zu allen Zeiten der Geschichte, vorbehaltlos zu verurteilen.

44. Die Bischöfe des Konzils wollten mehr tun als nur verurteilen. Sie wollten positiv über die einzigartige Beziehung – im Geheimnis der rettenden Liebe Gottes – zwischen der Kirche Christi und dem jüdischen Volk  reflektieren. Ihre Lehre, die Frucht langer Debatte, ist in Artikel 4 von Nostra Aetate zum Ausdruck gebracht. Sich in hohem Maße auf das elfte Kapitel des Briefes des heiligen Paulus an die Römer berufend, stellen die Bischöfe einige Leitprinzipien für ein angemesseneres Verständnis dieser Beziehung dar.21

45. Sie anerkennen bereitwillig, dass die Ursprünge der Kirche Christi tief im Gottesvolk des Alten Bundes und in der Offenbarung, die Gott ihm gegenüber vollzog, verwurzelt sind. Die Kirche, so sagten sie, wird „genährt von der Wurzel des guten Ölbaums, in den die Heiden als wilde Schösslinge eingepfropft sind (vgl. Röm 11,17-24“. Nicht nur Jesus selbst und Maria, seine Mutter, sondern auch die Apostel, die Grundfesten der Kirche, und viele der ersten Jünger waren Juden. Die Bischöfe erkennen, dass in der Zeit Jesu die meisten Juden das Evangelium nicht annahmen, und viele widersetzten sich ihm; dennoch bleibt das jüdische Volk von Gott sehr geliebt, der seine Gnadengaben und seine Berufung nie bereut.22 Es ist daher wünschenswert, dass der Dialog und das Gespräch auf der Basis biblischer und theologischer Untersuchung zwischen den beiden biblischen Religionen stattfinden sollte.

46. Dann macht das Konzil eine Aussage von großer lehramtlicher Bedeutung, d.h. als eine Angelegenheit des katholischen Glaubens, und weist kurzerhand die Behauptung zurück, welche dann und seitdem so oft als eine Entschuldigung für die schlimmsten Verfolgungen verwendet wurde, dass die Juden im Allgemeinen am Tod Christi schuldig sind und so ein verfluchtes Volk seien: „Obgleich die jüdischen Obrigkeiten mit ihren Anhängern auf den Tod Christi gedrungen haben (Joh 19,6), kann man dennoch die Ereignisse seines Leidens weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last legen. Gewiss ist die Kirche das neue Volk Gottes, trotzdem darf man die Juden nicht als von Gott verworfen oder verflucht darstellen, als wäre dies aus der Heiligen Schrift zu folgern (NA 4).“23

47. Dieser engen und einzigartigen Beziehung zwischen der Kirche und der Synagoge wurde nicht lange nach dem Konzil ein praktischer Ausdruck gegeben. Im Jahre 1974 errichtete Papst Paul VI. die Kommission für die religiösen Beziehungen zu den Juden und schloss sie nicht dem Sekretariat für Nichtchristen an24, sondern dem Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen.25 Das anerkennt die Tatsache, dass die Trennung zwischen der jüdischen

Gemeinschaft und der Kirche Christi den Spaltungen innerhalb des Christentums selbst vorausgeht und die tiefste Wunde innerhalb des ganzen Volkes Gottes des Alten und des Neuen Bundes ist. Im Verständnis der katholischen Kirche ist die Heilung dieser alten Wunde nicht nur eine Angelegenheit, zu einem viel größeren Wissen voneinander zu gelangen – eine dringende Notwendigkeit in sich26, sondern sie reicht bis zur Hoffnung auf eine Einheit, die hier und jetzt nur unvollkommen zu verstehen ist und welche sowohl eine neue Gabe Gottes wäre wie auch die Heilung dieser alten Wunde in seinem Volk.

48. Obwohl klar gesagt werden muss, dass die jüdische Gemeinschaft und die Kirche Christi ganz verschieden sind, ist die Beziehung zwischen ihnen einzigartig. Dies kommt in der Tatsache zum Ausdruck, dass die Kommission für die religiösen Beziehungen zu den Juden dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen zugeordnet ist, während sie funktional von ihm unterschieden bleibt.27

 

Die Erweiterung der Erklärung

49. Die Bischöfe des Konzils entschieden schließlich, dass ihre Erklärung eine breitere Anwendung benötigte, um die interreligiösen Beziehungen im Allgemeinen zu umfassen. Die Folge war, dass zum ersten Mal in der Geschichte ein allgemeines Konzil der katholischen Kirche Elemente von Wahrheit und Heiligkeit in anderen Religionen als das Werk des einen Gottes des Heils anerkannte und in diesem Ausmaß die Präsenz und das Wirken der Gnade in den Religionen der Welt erkannte. In praktischer Hinsicht hat diese Anerkennung die Kirche zu neuen und konstruktiven, aber immer sorgfältig geprüften Wegen geführt, sich mit den Anhängern dieser Religionen zu beschäftigen.

50. Die Erklärung beginnt so: „In unserer Zeit, da sich die Menschheit von Tag zu Tag enger zusammenschließt und die Beziehungen unter den verschiedenen Völkern sich mehren, erwägt die Kirche mit umso größerer Aufmerksamkeit, in welchem Verhältnis sie zu den nichtchristlichen Religionen steht. Gemäß ihrer Aufgabe, Einheit und Liebe unter den Menschen und damit auch unter den Völkern zu fördern, fasst sie vor allem das ins Auge, was den Menschen gemeinsam ist und sie zur Gemeinschaft untereinan­der führt (NA 1).“

 

Quelle: Meeting God in Friend and Stranger. Fostering respect and mutual understanding between the religions. A teaching document of the Catholic Bishops’ Conference of England and Wales, London 2010:  http://www.catholicsocialteaching.org.uk/wp-content/uploads/2010/10/Meeting_God_in_Friend_and_Stranger.pdf - Eigene Übersetzung.

 

6 Papst Paul VI., Ecclesiam Suam. Die Wege der Kirche - Erstes Rundschreiben 6. August 1964: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Ecclesiam_suam_(Wortlaut). (Zitate werden im Fall vorhandener deutscher Versionen mit deren Fundort wiedergegeben; Anmerkung des Übersetzers).

7 Sekretariat für Nichtchristen, „Die Haltung der Kirche gegenüber den Anhängern anderer Religionen. Gedanken und Weisungen über Dialog und Mission“, 10. Mai 1984, zitiert nach: Ernst Fürlinger (Hg.), Der Dialog muss weitergehen. Ausgewählte vatikanische Dokumente zum interreligiösen Dialog, Freiburg 2009,436. Das Sekretariat für Nichtchristen wurde später Päpstlicher Rat für den Interreligiösen Dialog genannt.

8 Papst Johannes Paul II., Ansprache an die Vollversammlung des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog vom 26. April 1990, in: CIBEDO (Hg.), Dokumente der katholischen Kirche zum Dialog mit dem Islam, Regensburg 2009, 192-194.

20 Die vollen Titel der Dokumente heißen: Päpstliches Sekretariat für die Nichtchristen, Dialog und Mission: Gedanken und Weisungen über die Haltung der Kirche gegenüber den Anhängern anderer Religionen (10. Mai 1984), in: L’Osservatore Romano. Wochenausgabe in deutscher Sprache. Vatikanstadt, . 34/35 vom 24. August 1984, 10f.; Päpstlicher Rat für den Interreligiösen Dialog/Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Dialog und Verkündigung: Überlegungen und Orientierungen zum Interreligiösen Dialog und zur Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi – 19. Mai 1991 (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 102), Bonn 1991. [Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung DOMINUS IESUS über die Einzigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche. Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche - 6. August 2000 (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 148), Bonn 2000: Ergänzung des Übersetzers].

21 Hier wäre auf weitere Dokumente des Apostolischen Stuhls zu den katholisch-jüdischen Beziehungen hinzuweisen.

22 Am 13. April 1986 betonte Papst Johannes Paul II. diesen Punkt, als er den allerersten Besuch eines Papstes in einer Synagoge machte. Er nannte die Juden „unsere bevorzugten Brüder“ und sagte, Römer 11 Echo gebend, dass sie „von Gott geliebt“ sind, der sie mit einer „unwiderruflichen Berufung“ berufen hat und dessen Bund mit ihnen nie gekündigt worden ist (Johannes Paul II., Ansprache beim Besuch der Großen Synagoge Roms am 13. April 1986, in: Rolf Rendtorff/Hans Hermann Henrix (Hg.), Die Kirchen und das Judentum. Band I: Dokumente von 1945 – 1995, Paderborn/Gütersloh 20013, 106-111. [Die von den Bischöfen herangezogene Aussage vom nie gekündigten Bund hat Johannes Paul II. nicht in der römischen Synagoge gebraucht, wohl jedoch bei seiner Ansprache an den Zentral der Juden in Deutschland vom 17. November 1980 oder bei seiner Ansprache an die jüdische Gemeinschaft Brasiliens vom 15. Oktober 1991 = Anmerkung des Übersetzers].

23 Hier verweist der englische Text auf die Textausgabe, der er seine englische Übersetzung der Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils entnimmt: Norman P. Tanner (Hg.), Decrees of the Ecumenical Councils, Vol. II, Georgetown 1990.

24 Später Päpstlicher Rat für den Interreligiösen Dialog genannt.

25 Später Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen genannt.

26 Vgl. Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, Richtlinien und Hinweise für die Durchführung der Konzilserklärung „Nostra aetate“, Artikel 4 von 1974.

27 In England und Wales gibt es ein besonderes Komitee der Bischofskonferenz für diese Angelegenheiten, das Komitee für katholisch-jüdische Beziehungen. Auf der ökumenischen Ebene gibt es den Rat der Christen und Juden, dessen Ziel es ist, gegen Diskriminierung in unserer Gesellschaft zu arbeiten.

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