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Nachsynodales Apostolisches Schreiben „Ecclesia in Medio Oriente“ an die Patriarchen, die Bischöfe, den Klerus, die Personen geweihten Lebens und an die christgläubigen Laien über die Kirche im Nahen Osten, Gemeinschaft und Zeugnis (Auszug)

Benedikt XVI. vom 14. September 2012

 

Vom 10. bis 24. Oktober 2010 hatte eine Sonderversammlung der Bischofssynode für den Nahen Osten zum Thema „Die katholische Kirche im Nahen Osten, Gemeinschaft und Zeugnis“ im Vatikan stattgefunden. Die Bischofssynode – nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil als Forum des Austauschs zwischen dem Papst und den Bischöfen der Welt eingerichtet – hatte Patriarchen, Kardinäle und Bischöfe von Ägypten bis zum Iran zur Beratung zusammengeführt. Die Kirchenführer erörterten die Lage der Christen und Kirchen in der Region und reflektierten die Zukunft der Christen im Nahen Osten, die u.a. mit dem Phänomen der Migration konfrontiert sind. Die katholisch-jüdische Beziehung meldete sich mit einer Spannbreite bei der Synode. Zum einen war es Ausdruck des fortgeschrittenen Vertrauens in dieser Beziehung, dass Papst Benedikt XVI. Rabbiner David Rosen – Berater des Oberrabbinats Israels und Direktor für interreligiöse Angelegenheiten des American Jewish Committee – zu einem Gastbeitrag bei der Synode eingeladen hatte. Zum anderen aber wurde die Synode in der Öffentlichkeit Israels als anti-israelisch kritisiert. Diese Kritik bezog sich auf eine Äußerung von Bischof Cyrille Salim Bustros, einem aus dem Libanon stammenden melkitischen Bischof, der bei einer Pressekonferenz zum Abschluss der Synode gesagt hatte, als Christ könne man nicht von einem verheißenen Land für die Juden oder von einem bevorzugten oder privilegierten Volk sprechen.

Papst Benedikt XVI. unterzeichnete sein nachsynodales Apostolisches Schreiben „Ecclesia in Medio Oriente“ zu dieser Bischofssynode während seines Besuches des Libanon vom 14. bis 16. September 2012 in der Basilika St. Paul von Harissa. Der nachfolgende Auszug dokumentiert die Einleitung mit ihrer Skizze der Vielfalt der Kirchen im Nahen Osten und mit dem ersten Teil des Schreibens, der den biblischen Kontext wie die zwischenkirchliche Ökumene vergegenwärtigt; der umfangreichste Absatz dieses Teils ist dem interreligiösen Verhältnis und Dialog gewidmet, ehe die päpstliche Sicht von Säkularität (Laizität) und Fundamentalismus sowie der Migrationserfahrungen folgt.

 

 

Einleitung

1. Die Kirche im Nahen Osten, die seit den Anfängen des christlichen Glaubens in diesem gesegneten Land pilgernd unterwegs ist, gibt auch heute weiterhin mutig ihr Zeugnis, das Frucht eines Lebens der Gemeinschaft mit Gott und dem Nächsten ist. Gemeinschaft und Zeugnis! Das war in der Tat die Grundhaltung, welche die Sonderversammlung der Bischofssynode für den Nahen Osten einnahm, die sich vom 10. bis zum 24. Oktober 2010 zum Thema „Die katholische Kirche im Nahen Osten, Gemeinschaft und Zeugnis“ um den Nachfolger Petri zusammengefunden hatte. „Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele“ (Apg 4,32).

2. Zu Beginn dieses dritten Jahrtausends möchte ich diese Grundhaltung, die ihre Kraft aus Jesus Christus bezieht, allen Hirten der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche für ihren pastoralen Dienst empfehlen, in besonderer Weise den verehrten Mitbrüdern, die als Patriarchen, Erzbischöfe und Bischöfe in Einheit mit dem Bischof von Rom gemeinsam über die katholische Kirche im Nahen Osten wachen. In dieser Region leben einheimische Gläubige, die den ehrwürdigen katholischen Ostkirchen sui iuris angehören: Das sind die Koptische Patriarchalkirche von Alexandrien; die drei Patriarchalkirchen von Antiochien: die der griechischen Melkiten, die der Syrer und die der Maroniten; die Chaldäische Patriarchalkirche von Babylon und das Armenische Patriarchat von Kilikien. Es leben dort ebenfalls Bischöfe, Priester und Gläubige, die zur lateinischen Kirche gehören. Außerdem gibt es Priester und Gläubige, die aus Indien gekommen sind, aus den Großerzbischöflichen Kirchen der Syro-Malabaren von Ernakulam-Angamaly und der Syro-Malankaren von Trivandrum, sowie aus den anderen orientalischen und lateinischen Kirchen Asiens und Osteuropas wie auch zahlreiche Gläubige aus Äthiopien und aus Eritrea. Gemeinsam geben sie Zeugnis für die Einheit des Glaubens in der Verschiedenheit ihrer Traditionen. Ich möchte diese Grundhaltung auch allen Priestern, Ordensleuten und gläubigen Laien des Nahen Ostens empfehlen, weil ich überzeugt bin, dass sie den Dienst oder das Apostolat jedes einzelnen in seiner jeweiligen Kirche beleben wird, gemäß dem Charisma, das sie vom Heiligen Geist für den Aufbau des Ganzen erhalten hat.

3. In Bezug auf den christlichen Glauben ist die „Gemeinschaft … das Leben Gottes, das sich im Heiligen Geist mitteilt, durch Jesus Christus“.[1] Sie ist eine Gabe Gottes, die unsere Freiheit herausfordert und unsere Antwort erwartet. Sicher liegt es in ihrem göttlichen Ursprung, dass die Gemeinschaft eine universale Bedeutung besitzt. Wenn sie die Christen aufgrund ihres gemeinsamen apostolischen Glaubens zwingend herausfordert, so bleibt sie doch nicht weniger offen für unsere jüdischen und muslimischen Brüder wie auch für alle Menschen, die ebenfalls – unter verschiedenen Formen – dem Volk Gottes zugeordnet sind. Die katholische Kirche im Nahen Osten weiß, dass sie diese Gemeinschaft auf ökumenischer und interreligiöser Ebene nicht vollständig zum Ausdruck bringen kann, wenn sie sie nicht zuallererst in sich selber und im Innern einer je-den ihrer Kirchen unter allen ihren Gliedern – Patriarchen, Bischöfen, Priestern, Ordensleuten, geweihten Personen und Laien – neu belebt. Die Vertiefung des persönlichen Glaubenslebens und die geistliche Erneuerung innerhalb der katholischen Kirche werden die Fülle des Gnadenlebens und die Theosis (Vergöttlichung) ermöglichen.[2] So wird dem Zeugnis Glaubwürdigkeit verliehen.

4. Das Beispiel der ersten Gemeinde von Jerusalem kann als Vorbild dienen, um die jetzige christliche Gemeinde zu erneuern, so dass sie zu einem Ort der Gemeinschaft für das Zeugnis wird. Die Apostelgeschichte bietet ja eine erste einfache und eindrückliche Beschreibung dieser Gemeinde, die am Pfingsttag geboren wurde: eine Gemeinde von Gläubigen, die ein Herz und eine Seele sind (vgl. 4,32). Von Anfang an existiert zwischen dem Glauben an Jesus und der kirchlichen Gemeinschaft eine grundlegende Verbindung, die durch die beiden austauschbaren Begriffe bezeichnet wird: ein Herz und eine Seele. Die Gemeinschaft ist also gar nicht das Ergebnis einer menschlichen Planung. Sie wird vor allem durch die Kraft des Heiligen Geistes gebildet, der in uns den Glauben zeugt, der in der Liebe wirksam ist (vgl. Gal 5,6).

5. Nach der Apostelgeschichte erkennt man die Einheit der Gläubigen daran, dass sie „an der Lehre der Apostel fest[hielten] und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten“ (2,42). Die Einheit der Gläubigen erhält also ihre Nahrung aus der Lehre der Apostel (der Verkündigung des Wortes Gottes), auf die die Gläubigen mit einem einhelligen Glauben antworten, aus der geschwisterlichen Gemeinschaft (dem Dienst der Nächstenliebe), aus dem Brechen des Brotes (der Eucharistie und der Gesamtheit der Sakramente) und aus dem persönlichen wie gemeinschaftlichen Gebet. Diese vier Pfeiler sind es, auf denen die Gemeinschaft und das Zeugnis innerhalb der ersten Gemeinde der Gläubigen beruhen. Möge die Kirche, die seit der apostolischen Zeit bis heute ununterbrochen im Nahen Osten präsent ist, im Beispiel dieser Gemeinde die Quellen finden, die nötig sind, um in sich die Erinnerung an die Ursprünge und deren apostolische Dynamik lebendig zu erhalten!

6. Die Teilnehmer der Synodenversammlung haben bei aller Verschiedenheit der geographischen, religiösen, kulturellen und gesellschaftspolitischen Hintergründe die Einheit innerhalb der katholischen Kirche erfahren. Der gemeinsame Glaube wird in seinen unterschiedlichen theologischen, spirituellen, liturgischen und kanonischen Ausdruckformen erstaunlich gut gelebt und entfaltet. Wie meine Vorgänger auf dem Stuhl Petri bekräftige ich hier meinen Willen, dass „die Riten der orientalischen Kirchen als Erbe der ganzen Kirche Christi, in dem sowohl das aufstrahlt, was von den Aposteln über die Kirchenväter überliefert ist, als auch das, was die göttliche Einheit des katholischen Glaubens in seiner Verschiedenheit bestätigt, … gewissenhaft bewahrt und gefördert werden“[3] sollen. Und ich versichere meine lateinischen Mitchristen meiner Zuneigung, mit der ich – gemäß dem Gebot der Nächstenliebe, die in allem den Vorrang hat, und in Übereinstimmung mit den Rechtsvorschriften – ihre Bedürfnisse und Nöte aufmerksam im Blick habe.

 

 

 

Erster Teil

„Wir danken Gott für euch alle,

sooft wir in unseren Gebeten an euch denken“ (1 Thess 1,2)

7. Mit dieser Danksagung des heiligen Paulus möchte ich die Christen, die im Nahen Osten leben, grüßen und sie meines inständigen und fortwährenden Gebetes versichern. Die katholische Kirche und mit ihr die Gesamtheit der christlichen Gemeinschaft vergisst sie nicht und erkennt ihren altehrwürdigen Beitrag zum Aufbau des Leibes Christi dankbar an. Sie dankt ihnen für ihre Treue und versichert sie ihrer Liebe.

 

Der Kontext

8. Innerlich bewegt erinnere ich mich an meine Reisen in den Nahen Osten. In diesem von Gott in besonderer Weise erwählten Land zogen die Patriarchen und Propheten umher. Es diente als Stätte der Inkarnation des Messias; es sah das Kreuz des Heilands aufragen, und es war Zeuge der Auferstehung des Erlösers sowie der Ausgießung des Heiligen Geistes. Durchwandert von den Aposteln, von Heiligen und vielen Kirchenvätern, war es der Schmelztiegel der ersten dogmatischen Formulierungen. Doch dieses gesegnete Land und die Völker, die dort wohnen, durchleben in dramatischer Weise menschliche Qualen. Wie viele Tote, wie viele durch menschliche Verblendung verwüstete Leben, wie viele Ängste und Demütigungen! Es könnte so scheinen, als gäbe es unter den Kindern Adams und Evas, die doch als Gottes Abbild erschaffen sind (vgl. Gen 1,27), nichts, das dem Verbrechen des Kain (vgl. Gen 4,6-10; 1 Joh 3,8-15) Einhalt zu gebieten vermag. Die durch die Schuld Kains gefestigte Sünde Adams bringt noch heute unaufhörlich Dornen und Disteln hervor (vgl. Gen 3,18). Wie traurig ist es, dieses gesegnete Land in seinen Kindern leiden zu sehen, die sich voller Grimm gegenseitig zerreißen und sterben! Die Christen wissen, dass nur Jesus, der durch Leiden und Tod zur Auferstehung gelangt ist, allen Bewohnern dieser Weltregion Heil und Frieden bringen kann (vgl. Apg 2,23-24.32-33). Er allein, Christus, der Sohn Gottes ist es, den wir bekennen! Bereuen wir also und kehren wir um, „damit die Sünden getilgt werden und der Herr Zeiten des Aufatmens kommen lässt“ (vgl. Apg 3,19-20).

9. Der Heiligen Schrift zufolge ist der Friede nicht nur ein Pakt oder ein Vertrag, der ein ruhiges Leben begünstigt, und seine Definition kann nicht auf ein bloßes Nichtvorhandensein von Krieg reduziert werden. Gemäß seiner hebräischen Etymologie bedeutet Friede: vollständig sein, heil sein, etwas vollenden, um seine Ganzheit wiederherzustellen. Er ist der Zustand des Menschen, der in Harmonie mit Gott, mit sich selbst, mit seinem Nächsten und mit der Natur lebt. Der Friede ist eher ein innerer als ein äußerer Zustand. Er ist ein Segen. Er ist der Wunsch nach einer Wirklichkeit. Der Friede ist so erstrebenswert, dass er im Nahen Osten zu einem Grußwort geworden ist (vgl. Joh 20,19; 1 Petr 5,14). Der Friede ist Gerechtigkeit (vgl. Jes 32,17), und der heilige Jakobus fügt in seinem Brief hinzu: „Wo Frieden herrscht, wird für die Menschen, die Frieden stiften, die Saat der Gerechtigkeit ausgestreut“ (3,18). Der Kampf der Propheten und die Überlegungen der Weisheitsliteratur waren ein Ringen und ein Anspruch im Hinblick auf den eschatologischen Frieden. Zu diesem authentischen Frieden in Gott führt uns Christus. Er ist die einzige Tür dorthin (vgl. Joh 10,9). Und diese einzige Tür möchten die Christen durchschreiten.

10. Um der Einladung Christi, „Sohn Gottes“ zu werden (vgl. Mt 5,9), Folge leisten zu können, muss der Mensch guten Willens damit beginnen, sich selbst zu Gott zu bekehren und in seiner unmittelbaren Umgebung wie im Umfeld seiner Gemeinschaft die Vergebung zu üben. Allein der Demütige wird die Freuden eines unermesslichen Friedens genießen (vgl. Ps 37,11). Dadurch, dass Jesus uns das Mitsein mit Gott eröffnet, schafft er die wahre Brüderlichkeit – nicht die von der Sünde entstellte Brüderlichkeit.[4] „Er [Christus] ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile und riss … die trennende Wand der Feindschaft nieder“ (Eph 2,14). Der Christ weiß, dass die irdische Friedenspolitik nur wirksam sein wird, wenn die Gerechtigkeit in Gott und unter den Menschen ihre authentische Grundlage bildet und wenn ebendiese Gerechtigkeit die Sünde bekämpft, welche die Ursache der Uneinigkeit ist. Darum möchte die Kirche alle Klassifizierung nach Rasse, Geschlecht und gesellschaftlichem Stand überwinden (vgl. Gal 3,28; Kol 3,11), denn sie weiß, dass alle nur „einer“ sind in Christus, der alles in allen ist. Das ist der Grund, warum auch die Kirche jede Anstrengung im Hinblick auf den Frieden in der Welt und besonders im Nahen Osten unterstützt und fördert. Auf vielerlei Weise scheut sie keine Mühen, um den Menschen zu helfen, in Frieden zu leben, und sie unterstützt auch das internationale Rechtsinstrumentarium, das ihn festigt. Die Positionen des Heiligen Stuhls zu den verschiedenen Konflikten, welche die Region in dramatischer Weise plagen, und jene zum Status von Jerusalem und den heiligen Stätten sind weithin bekannt.[5] Allerdings vergisst die Kirche nicht, dass der Friede vor allem eine Frucht des Geistes ist (vgl. Gal 5,22), die man unablässig von Gott erbitten muss (vgl. Mt 7,7-8).

 

Das christliche und ökumenische Leben

11. In diesem einengenden, instabilen und augenblicklich zur Gewalt neigenden Kontext hat Gott erlaubt, dass sich seine Kirche entfalte. Sie lebt dort in einer beachtlichen Vielfalt. Neben der katholischen Kirche gibt es im Nahen Osten sehr viele altehrwürdige Kirchen, zu denen kirchliche Gemeinschaften jüngeren Ursprungs hinzugekommen sind. Dieses Mosaik verlangt einen beträchtlichen und beharrlichen Einsatz zugunsten der Einheit, im Respekt vor dem je eigenen Reichtum, um die Glaubwürdigkeit der Verkündigung des Evangeliums und das christliche Zeugnis zu stärken.[6] Die Einheit ist eine Gabe Gottes, die aus dem Heiligen Geist geboren wird und die man in geduldiger Ausdauer wachsen lassen muss (vgl. 1 Petr 3,8-9). Wir wissen um die Versuchung, wenn wir mit Uneinigkeit konfrontiert werden, sich nur auf die bloß menschliche Sichtweise zu berufen und die weisen Ratschläge des heiligen Paulus zu vergessen (vgl. 1 Kor 6,7-8). Er mahnt: „Bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält“ (Eph 4,3). Der Glaube ist das Zentrum und die Frucht der wahren Ökumene.[7] Man muss damit beginnen, ihn zu vertiefen. Die Einheit erwächst aus dem beharrlichen Gebet und aus der Umkehr, die jeden gemäß der Wahrheit und in der Liebe leben lässt (vgl. Eph 4,15-16). Das Zweite Vatikanische Konzil hat zu dieser „geistlichen Ökumene“ ermutigt, die die Seele der wahren Ökumene ist.[8] Die Situation des Nahen Ostens an sich ist ein dringender Aufruf zur Heiligkeit des Lebens. Die Martyrologien bestätigen, dass Heilige und Märtyrer jeder kirchlichen Zugehörigkeit lebendige Zeugen dieser grenzenlosen Einheit im verherrlichten Christus waren und einige es heute sind – ein Vorgeschmack unseres „Vereintseins“ als ein endlich in ihm versöhntes Volk.[9] Das ist der Grund, warum selbst innerhalb der katholischen Kirche die Gemeinschaft gefestigt werden muss, die Zeugnis für die Liebe Christi ablegt.

12. Auf der Basis der Angaben des Ökumenischen Direktoriums[10] können die katholischen Gläubigen die geistliche Ökumene in den Pfarreien, Klöstern und Konventen, in den Schulen und Universitäten und in den Seminaren fördern. Die Hirten werden dafür Sorge tragen, die Gläubigen dazu zu erziehen, in allen ihren Lebensbereichen Zeugen der Gemeinschaft zu sein. Diese Gemeinschaft ist natürlich kein unklares Mit- und Ineinander. Das authentische Zeugnis verlangt die Anerkennung und die Achtung des anderen, eine Bereitschaft zum Dialog in der Wahrheit, die Geduld als Dimension der Liebe, die Einfachheit und die Demut dessen, der sich vor Gott und dem Nächsten als Sünder bekennt, die Fähigkeit zu Vergebung, Versöhnung und Reinigung des Gedächtnisses auf persönlicher und gemeinschaftlicher Ebene.

13. Ich ermutige die Arbeit der Theologen, die unermüdlich für die Einheit tätig sind; ebenso begrüße ich die Aktivitäten der örtlichen ökumenischen Kommissionen, die auf verschiedenen Ebenen bestehen, sowie das Wirken der verschiedenen Gemeinschaften, die für die so ersehnte Einheit beten und handeln, indem sie Freundschaft und Brüderlichkeit fördern. In der Treue zu den Ursprüngen der Kirche und zu ihren lebendigen Überlieferungen ist es auch wichtig, sich mit einer Stimme zu den großen moralischen Fragen in Bezug auf die Wahrheit über den Menschen, die Familie, die Sexualität, die Bioethik, die Freiheit, die Gerechtigkeit und den Frieden zu äußern.

14. Im Übrigen gibt es auf karitativem Gebiet und im Bildungswesen bereits eine „diakonische Ökumene“ unter den Christen der verschiedenen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften. Und der Rat der Kirchen des Nahen Ostens, der die Kirchen verschiedener christlicher Traditionen in der Region zusammenfasst, bietet einem Dialog, der sich in Liebe und gegenseitiger Achtung vollziehen kann, weiten Raum.

15. Das Zweite Vatikanische Konzil weist darauf hin, dass das Fortschreiten auf dem Weg der Ökumene, um wirkungsvoll zu sein, zuerst einmal das Gebet der Christen braucht, „das Beispiel ihres Lebens, die ehrfürchtige Treue gegenüber den alten ostkirchlichen Überlieferungen, eine bessere gegenseitige Kenntnis und Zusammenarbeit sowie brüderliche Wertschätzung des äußeren und inneren Lebens der anderen“.[11] Vor allem sollten sich alle wieder mehr auf Christus selbst ausrichten. Jesus vereint diejenigen, die an ihn glauben und ihn lieben, indem er ihnen den Geist seines Vaters wie auch Maria, seine Mutter, schenkt (vgl. Joh 14,26; 16,7; 19,27). Diese zweifache Gabe auf unterschiedlicher Ebene kann eine mächtige Hilfe sein und verdient eine größere Beachtung aller.

16. Die gemeinsame Liebe zu Christus, der „keine Sünde begangen“ hat und in dessen Mund „kein trügerisches Wort“ war (1 Petr 2,22), sowie die „enge Verwandtschaft“[12] unter den Kirchen des Ostens, die nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche sind, drängen zum Dialog und zur Einheit. In verschiedenen Fällen sind die Katholiken durch gemeinsame religiöse Ursprünge mit den nicht in voller Gemeinschaft stehenden Ostkirchen verbunden. Für eine erneuerte ökumenische Seelsorge ist es im Hinblick auf ein gemeinsames Zeugnis hilfreich, die Offenheit des Konzils gegenüber einer gewissen „communicatio in sacris“ für die Sakramente der Buße, der Eucharistie und der Krankensalbung recht zu verstehen,[13] die nicht nur möglich ist, sondern – gemäß den genauen Vorschriften und mit Billigung der kirchlichen Autoritäten – unter gegebenen geeigneten Umständen ratsam sein kann.[14] Die Ehen zwischen katholischen und orthodoxen Gläubigen sind zahlreich, und sie verlangen eine besondere ökumenische Aufmerksamkeit.[15] Ich ermutige die Bischöfe und die Eparchen, dort, wo pastorale Übereinkünfte bestehen, diese im Maß des Möglichen anzuwenden, um nach und nach eine gemeinsame ökumenische Seelsorge zu fördern.

17. Die ökumenische Einheit bedeutet nicht etwa eine Uniformierung der Traditionen und der liturgischen Feiern. Ich bin überzeugt, dass – um einen Anfang zu setzen – dort, wo es nötig ist, mit Gottes Hilfe ein Einvernehmen erzielt werden kann für eine gemeinsame Übersetzung des Gebetes des Herrn, des Vaterunsers, in die einheimischen Sprachen der Region.[16] Beim gemeinsamen Beten mit denselben Worten werden die Christen ihre gemeinsame Verwurzelung in dem einen apostolischen Glauben erkennen, auf den sich die Suche nach der vollen Gemeinschaft gründet. Dieser Suche kann außerdem die gemeinsame Vertiefung des Studiums der östlichen und der lateinischen Väterliteratur sowie der jeweiligen geistlichen Traditionen sehr dienlich sein, unter korrekter Anwendung der kanonischen Vorschriften, die diese Materie regeln.

18. Ich lade die Katholiken des Nahen Ostens ein, die Beziehungen zu den Gläubigen der verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften in der Region zu pflegen. Verschiedene gemeinsame Initiativen sind möglich. Ein gemeinsames Lesen der Bibel sowie ihre Verbreitung könnten zum Beispiel diesen Weg eröffnen. Besonders fruchtbare Formen der Zusammenarbeit könnten sich außerdem auf dem Gebiet der karitativen Aktivitäten sowie der Unterstützung der Werte des menschlichen Lebens, der Gerechtigkeit und des Friedens entwickeln bzw. vertiefen. All das wird zu einem besseren gegenseitigen Sich-Kennen und zur Schaffung eines Klimas der Wertschätzung beitragen, was die unverzichtbaren Bedingungen sind, um die Brüderlichkeit zu fördern.

 

Der interreligiöse Dialog

19. Das Wesen und die universale Berufung der Kirche erfordern, dass sie im Dialog mit den Anhängern der anderen Religionen steht. Dieser Dialog basiert im Nahen Osten auf den geistlichen und historischen Beziehungen, welche die Christen mit den Juden und mit den Muslimen verbinden. Dieser Dialog, der in erster Linie nicht von pragmatischen Erwägungen politischer oder gesellschaftlicher Art bestimmt ist, beruht vor allem auf theologischen Fundamenten, die den Glauben anfragen. Sie stammen aus der Heiligen Schrift und sind in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche, Lumen gentium, und in der Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen, Nostra aetate,[17] klar definiert. Juden, Christen und Muslime glauben an den einen Gott, den Schöpfer aller Menschen. Könnten doch die Juden, die Christen und die Muslime einen der göttlichen Wünsche, den der Einheit und der Harmonie der Menschheitsfamilie, wiederentdecken! Könnten doch die Juden, die Christen und die Muslime im Andersgläubigen einen Bruder entdecken, der zu achten und zu lieben ist, um in erster Linie in ihren Ländern das schöne Zeugnis der Gelassenheit und des freundschaftlichen Umgangs unter den Söhnen Abrahams zu geben! Anstatt sich in den wiederholten und für einen wirklich Glaubenden nicht zu rechtfertigenden Konflikten instrumentalisieren zu lassen, kann die Erkenntnis eines alleinigen Gottes – wenn sie mit reinem Herzen gelebt wird – wirksam zum Frieden der Region und zum respektvollen Zusammenleben ihrer Bewohner beitragen.

20. Zahlreich und tief sind die Bande zwischen den Christen und den Juden. Sie sind in einem kostbaren gemeinsamen spirituellen Erbe verankert. Da ist natürlich der Glaube an einen einzigen Schöpfergott, der sich offenbart und sich für immer an den Menschen bindet und der aus Liebe die Erlösung will. Da ist weiter die Bibel, die den Juden und den Christen großenteils gemeinsam ist. Sie ist für die einen wie für die anderen „Wort Gottes“. Der gemeinsame Umgang mit der Heiligen Schrift führt uns näher zusammen. Zudem ist Jesus, ein Sohn des auserwählten Volkes, als Jude geboren, hat als Jude gelebt und ist als Jude gestorben (vgl. Röm 9,4-5). Auch Maria, seine Mutter, lädt uns ein, die jüdischen Wurzeln des Christentums wiederzuentdecken. Diese engen Bande sind ein einzigartiges Gut, auf das alle Christen stolz sind und das sie dem auserwählten Volk verdanken. Wenn auch das Judesein des „Nazoräers“ den Christen erlaubt, mit Freude die Welt der Verheißung auszukosten, und sie definitiv in den Glauben des auserwählten Volkes einführt, indem es sie mit ihm vereint, so geben doch die Person und die eigentliche Identität ebendieses Jesus Anlass zu Trennung, denn die Christen erkennen in ihm den Messias, den Sohn Gottes.

21. Es ist gut, wenn die Christen sich der Tiefe des Mysteriums der Inkarnation bewusster werden, um Gott mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft zu lieben (vgl. Dtn 6,5). Christus, der Sohn Gottes, ist Mensch geworden in einem Volk, in einer Glaubenstradition und in einer Kultur, deren Kenntnis das Verständnis des christlichen Glaubens nur bereichern kann. Die Christen haben ihrerseits diese Kenntnis bereichert durch den besonderen Beitrag, den Christus selbst durch seinen Tod und seine Auferstehung geliefert hat (vgl. Lk 24,26). Doch sie müssen sich stets ihrer Wurzeln bewusst und für sie dankbar sein. Denn, damit der eingepfropfte Zweig auf dem alten Baum anwachsen kann (vgl. Röm 11,17-18), braucht er den Pflanzensaft, der aus den Wurzeln kommt.

22. Die Beziehungen zwischen den beiden Glaubensgemeinschaften sind geprägt durch die Geschichte und durch die menschlichen Leidenschaften. Immer wieder kam es zu unzähligen Formen von Unverständnis und gegenseitigem Misstrauen. Unentschuldbar und aufs schärfste zu verurteilen sind die unterschwelligen oder gewaltsamen Verfolgungen der Vergangenheit! Und dennoch sind trotz dieser traurigen Situationen die Beiträge beider Seiten im Laufe der Jahrhunderte so fruchtbar gewesen, dass sie zur Entstehung und zur Entfaltung einer Zivilisation und einer Kultur beigetragen haben, die allgemein jüdisch-christlich genannt wird – als hätten diese beiden Welten, die aus verschiedenen Gründen unterschiedlich oder gegensätzlich bezeichnet werden, beschlossen, sich zu vereinen, um der Menschheit eine edle Verschmelzung anzubieten. Dieses Band, das Juden und Christen vereint und doch zugleich voneinander trennt, muss sie einer neuen Verantwortung füreinander und miteinander öffnen.[18] Denn die beiden Völker haben den gleichen Segen erhalten und Verheißungen der Ewigkeit, die es erlauben, in Richtung auf das brüderliche Miteinander zuversichtlich voranzugehen.

23. In der Treue zur Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils betrachtet die katholische Kirche die Muslime mit Hochachtung – sie, die Gott vor allem durch Gebet, Almosen und Fasten dienen, die Jesus als Propheten verehren, ohne allerdings seine Gottheit anzuerkennen, und die Maria, seine jungfräuliche Mutter, ehren. Wir wissen, dass die Begegnung zwischen Islam und Christentum häufig die Form der doktrinellen Kontroverse angenommen hat. Leider haben diese Unterschiede in der Lehre der einen wie der anderen Seite als Vorwand gedient, um im Namen der Religion Praktiken der Intoleranz, der Diskriminierung, der Ausgrenzung und sogar der Verfolgung zu rechtfertigen.[19]

24. Trotz dieser Tatsache teilen die Christen mit den Muslimen den gleichen Alltag im Nahen Osten, wo ihre Anwesenheit weder neu noch zufällig, sondern geschichtlich ist. Als ein feststehender Teil des Nahen Ostens haben sie im Laufe der Jahrhunderte eine Art der Beziehung zu ihrer Umgebung entwickelt, die lehrreich sein kann. Sie haben sich durch die Religiosität der Muslime herausfordern lassen, und sie haben entsprechend ihren Mitteln und im Rahmen des Möglichen in der herrschenden Kultur weiter die Werte des Evangeliums gelebt und gefördert. Das Ergebnis ist eine besondere Symbiose. Aus diesem Grund ist es recht, den jüdischen, christlichen und muslimischen Beitrag zur Bildung einer dem Nahen Osten eigenen reichen Kultur anzuerkennen.[20]

25. Die Katholiken des Nahen Ostens, deren Mehrheit einheimische Bürger ihres Landes sind, haben die Pflicht und das Recht, am nationalen Leben voll teilzunehmen, indem sie für den Aufbau ihrer Heimat arbeiten. Sie müssen eine volle Staatsbürgerschaft besitzen und dürfen nicht als Bürger oder Gläubige zweiter Klasse behandelt werden. Wie in der Vergangenheit, wo sie als Pioniere der arabischen Renaissance ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Lebens der verschiedenen Zivilisationen der Region waren, möchten sie heute immer noch ihre Erfahrungen mit den Muslimen teilen und so ihren spezifischen Beitrag leisten. Jesus ist der Grund, warum der Christ ein feines Empfinden hat für die Würde der Person und für die Religionsfreiheit, die daraus folgt. Die Liebe zu Gott und zur Menschheit, mit der zugleich die zweifache Natur Christi geehrt wird, und die Ausrichtung auf das ewige Leben sind der Grund, warum die Christen Schulen, Krankenhäuser und Einrichtungen aller Art ins Leben gerufen haben, in denen unterschiedslos alle aufgenommen werden (vgl. Mt 25,31ff). Aus diesen Gründen schenken die Christen den fundamentalen Menschenrechten besondere Beachtung. Jedoch zu behaupten, diese Rechte seien nur christliche Rechte des Menschen, ist nicht richtig. Es sind einfach Rechte, welche die Würde jedes Menschen und jedes Bürgers einfordert, unabhängig von seiner Herkunft, seinen religiösen Überzeugungen und seinen politischen Entscheidungen.

26. Die Religionsfreiheit ist der Gipfel aller Freiheiten. Sie ist ein heiliges und unveräußerliches Recht. Sie umfasst auf persönlicher wie auf gemeinschaftlicher Ebene sowohl die Freiheit, in religiösen Dingen dem eigenen Gewissen zu folgen, als auch die Freiheit der Religionsausübung. Sie schließt die Freiheit ein, die Religion zu wählen, die man für die wahre hält, und den eigenen Glauben öffentlich zu bekunden.[21] Es muss möglich sein, den eigenen Glauben und dessen Symbole frei zu bekennen und zum Ausdruck zu bringen, ohne das eigene Leben und die persönliche Freiheit in Gefahr zu bringen. Die Religionsfreiheit ist in der Menschenwürde verwurzelt; sie garantiert die moralische Freiheit und begünstigt die gegenseitige Achtung. Die Juden, die lange Zeit oft tödliche Feindseligkeiten erlitten haben, können die Vorteile der Religionsfreiheit nicht vergessen. Die Muslime ihrerseits teilen mit den Christen die Überzeugung, dass in religiösen Dingen kein Zwang und erst recht keine Gewaltanwendung erlaubt sind. Ein solcher Zwang, der vielerlei und unterschwellige Formen auf persönlicher wie gesellschaftlicher, kultureller, behördlicher und politischer Ebene annehmen kann, ist gegen den Willen Gottes. Er ist eine Quelle von politisch-religiöser Instrumentalisierung, von Diskriminierung und Gewalt, die zum Tod führen kann. Gott will das Leben, nicht den Tod. Er verbietet den Mord, sogar den des Mörders (vgl. Gen 4,15-16; 9,5-6; Ex 20,13).

27. Die religiöse Toleranz existiert in vielen Ländern, doch sie ist wenig verpflichtend, denn sie bleibt auf ihren Aktionsradius beschränkt. Es ist notwendig, von der religiösen Toleranz zur Religionsfreiheit zu gelangen. Dieser Schritt öffnet keineswegs dem Relativismus die Tür, wie einige behaupten. Dieser Schritt, der getan werden muss, ist nicht ein offener Riss im Glauben, sondern eine erneute Berücksichtigung der anthropologischen Beziehung zur Religion und zu Gott. Er ist keine Verletzung der „Grundwahrheiten“ des Glaubens, denn ungeachtet der menschlichen und religiösen Divergenzen erleuchtet ein Strahl der Wahrheit alle Menschen.[22] Wir wissen sehr wohl, dass außerhalb Gottes die Wahrheit „in sich selbst“ nicht existiert. Dann wäre sie ein Götze. Die Wahrheit kann sich nur in der Beziehung zum anderen entwickeln, die auf Gott hin öffnet, der seine eigene Andersheit durch meine Mitmenschen und in ihnen zu erkennen geben will. So ist es unangebracht, in ausschließender Weise zu behaupten: „Ich besitze die Wahrheit“. Die Wahrheit ist niemals Besitz eines Menschen. Sie ist immer Geschenk, das uns auf einen Weg ruft, sie immer tiefer uns anzueignen. Die Wahrheit kann nur in der Freiheit erkannt und gelebt werden; denn wir können dem anderen die Wahrheit nicht aufzwingen. Nur wenn wir einander in Liebe begegnen, enthüllt sich die Wahrheit.

28. Die ganze Welt richtet ihre Aufmerksamkeit auf den Nahen Osten, der seinen Weg sucht. Möge diese Region zeigen, dass das Zusammenleben keine Utopie ist und dass Misstrauen und Vorurteil kein unabwendbares Schicksal sind. Die Religionen können sich gemeinsam in den Dienst des Gemeinwohls stellen und zur Entfaltung jedes Menschen sowie zum Aufbau der Gesellschaft beitragen. Die Christen des Nahen Ostens leben seit Jahrhunderten im islamisch-christlichen Dialog. Für sie handelt es sich um den Dialog des Alltags und im Alltag. Sie kennen seine bereichernden Elemente und seine Grenzen. Neuerdings leben sie auch den jüdisch-christlichen Dialog. Seit langer Zeit gibt es zudem einen bilateralen oder trilateralen Dialog jüdischer, christlicher und muslimischer Intellektueller oder Theologen. Das ist ein Laboratorium unterschiedlicher Begegnungen und Forschungen, das man fördern muss. Einen wirksamen Beitrag dazu leisten all die verschiedenen katholischen Institute und Zentren philosophischer, theologischer und anderer Ausrichtung, die vor langer Zeit im Nahen Osten entstanden sind und dort unter manchmal schwierigen Bedingungen arbeiten. Ich grüße sie herzlich und ermutige sie, ihr Friedenswerk fortzusetzen, wohl wissend, dass alles unterstützt werden muss, was die Unwissenheit bekämpft und die Erkenntnis fördert. Die glückliche Verbindung des Dialogs des Alltags mit dem der Intellektuellen oder der Theologen wird mit Gottes Hilfe sicher allmählich dazu beitragen, das jüdisch-christliche, das jüdisch-islamische und das islamisch-christliche Zusammenleben zu verbessern. Das ist mein Wunsch, den ich hier zum Ausdruck bringe, und das Anliegen, für das ich bete.

 

Zwei neue Realitäten

29. Wie die übrige Welt kennt der Nahe Osten zwei entgegengesetzte Realitäten: die Laizität mit ihren manchmal extremen Formen und den gewaltsamen Fundamentalismus, der einen religiösen Ursprung beansprucht. Mit großem Argwohn betrachten einige politischen und religiösen Verantwortungsträger aus allen Gemeinschaften des Nahen Ostens die Laizität als atheistisch oder unmoralisch. Es trifft zu, dass die Laizität manchmal in verengter Weise behaupten kann, die Religion gehöre ausschließlich in die Privatsphäre, als sei sie nur ein individueller und häuslicher Kult, der außerhalb des Lebens, der Ethik und der Beziehung zum anderen angesiedelt ist. In ihrer extremen und ideologischen Form verweigert diese zu Säkularismus gewordene Laizität dem Bürger die öffentliche Ausübung seiner Religion und erhebt den Anspruch, dass der Staat allein Gesetze über ihre öffentliche Form erlassen kann. Diese Theorien sind alt. Sie sind nicht mehr nur westlich, und sie sind mit dem Christentum unvereinbar. Die gesunde Laizität bedeutet dagegen, den Glauben von der Last der Politik zu befreien und die Politik durch die Beiträge des Glaubens zu bereichern. Dabei sind der nötige Abstand, die klare Unterscheidung und die unentbehrliche Zusammenarbeit zwischen beiden zu wahren. Keine Gesellschaft kann sich gesund entfalten, ohne die gegenseitige Achtung zwischen Politik und Religion zu bekräftigen und dabei die ständige Versuchung der Vermischung oder der Opposition zu vermeiden. Die rechte Beziehung gründet sich vor allen Dingen auf die Natur des Menschen – auf eine gesunde Anthropologie also – und auf die völlige Achtung seiner unveräußerlichen Rechte. Die Einsicht in diese ideale Beziehung macht verständlich, dass es eine Art von Einheit in der Unterscheidung gibt, welche die Beziehung zwischen Geistlichem (Religion) und Weltlichem (Politik) kennzeichnen muss, denn beide sind – wenn auch in der nötigen Unterscheidung – berufen, einträchtig für das Gemeinwohl zusammenzuarbeiten. Eine solche gesunde Laizität garantiert der Politik zu handeln, ohne die Religion für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, und der Religion, frei zu leben, ohne sich mit der politischen Wirklichkeit zu belasten, die von Interessen geleitet ist und sich manchmal mit dem Glauben nur schwer oder sogar überhaupt nicht vereinbaren lässt. Das ist der Grund, warum die gesunde Laizität (Einheit in der Unterscheidung) für beide Teile nötig und sogar unverzichtbar ist. Der Herausforderung, die in der Beziehung zwischen dem Politischen und dem Religiösen liegt, kann mit Geduld und Mut durch eine angemessene menschliche und religiöse Bildung begegnet werden. Immer wieder muss man an den Platz Gottes im persönlichen, familiären und zivilen Leben erinnern wie auch an den rechten Platz des Menschen im Plan Gottes. Und vor allem muss man dafür noch mehr beten.

30. Die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten, die Begabung einiger zur Manipulation und ein mangelhaftes Verständnis der Religion bilden unter anderem die Basis für den religiösen Fundamentalismus. Dieser sucht alle religiösen Gemeinschaften heim und lehnt das jahrhundertealte Zusammenleben ab. Aus politischen Gründen sucht er – manchmal mit Gewalt – die Macht über das Gewissen der einzelnen und über die Religion zu gewinnen. Ich appelliere an alle jüdischen, christlichen und muslimischen Religionsführer der Region, danach zu streben, durch ihr Beispiel und ihre Lehre alles zu tun, um diese Bedrohung auszumerzen, die unterschiedslos und tödlich die Gläubigen aller Religionen ergreift. „Geoffenbarte Worte, heilige Schriften oder den Namen Gottes zu gebrauchen, um unsere Interessen, unsere – so leicht willfährige – Politik oder unsere Gewalttätigkeit zu rechtfertigen, ist ein sehr schwerer Fehler.“[23]

 

Die Migranten

31. Die Wirklichkeit des Nahen Ostens ist in ihrer Vielfalt reich, doch allzu häufig ist sie von Zwang und sogar Gewalt geprägt. Das betrifft die Gesamtheit der Bevölkerung der Region und alle Aspekte ihres Lebens. Die Christen, die sich in einer oft heiklen Lage befinden, spüren in besonderer Weise und manchmal mit Überdruss und wenig Hoffnung die negativen Konsequenzen dieser Konflikte und dieser Unsicherheiten. Häufig fühlen sie sich gedemütigt. Aus Erfahrung wissen sie auch, dass sie die ausgesuchten Opfer sind, wenn es Unruhen gibt. Nachdem sie über Jahrhunderte aktiv am Aufbau der jeweiligen Nationen teilgenommen und zur Bildung ihrer Identität und ihres Wohlstands beigetragen haben, halten viele Christen nach günstigeren Horizonten Ausschau und entscheiden sich für Orte des Friedens, wo sie und ihre Familien würdig und in Sicherheit leben können, und für Freiheitsräume, wo sie ihren Glauben ausüben können, ohne dass sie verschiedenen Zwängen unterworfen sind.[24] Diese Entscheidung hinterlässt tiefe Risse. Sie hat schwere Auswirkungen für die einzelnen, die Familien und die Kirchen. Sie verstümmelt die Nationen und trägt zur menschlichen, kulturellen und religiösen Verarmung des Nahen Ostens bei. Ein Naher Osten ohne oder mit wenig Christen ist nicht mehr der Nahe Osten, denn die Christen haben mit den anderen Gläubigen Anteil an der so besonderen Identität der Region. Vor Gott sind die einen für die anderen verantwortlich. Es ist also wichtig, dass die politischen Führer und die Verantwortungsträger der Religionsgemeinschaften diese Sachlage begreifen und eine gruppenbezogene Politik oder Strategie vermeiden, die einen uniformen Nahen Osten anstreben würden, der in keiner Weise seine reiche menschliche und geschichtliche Wirklichkeit widerspiegelt.

32. Die Hirten der katholischen Ostkirchen sui iuris stellen mit Sorge und Schmerz fest, dass die Zahl ihrer Gläubigen in den traditionellen Patriarchatsgebieten abnimmt und dass sie sich seit einiger Zeit gezwungen sehen, eine Emigrationspastoral zu entwickeln.[25] Ich bin sicher, dass sie alles tun, was ihnen möglich ist, um ihre Gläubigen zur Hoffnung zu ermuntern und sie aufzufordern, in ihrem Land zu bleiben und ihren Besitz nicht zu verkaufen.[26] Ich ermutige sie, ihre Priester und ihre Gläubigen der Diaspora weiter mit Liebe zu umgeben und sie einzuladen, in engem Kontakt mit ihren Familien und ihren Kirchen zu bleiben und vor allem treu ihren Glauben an Gott zu bewahren dank ihrer auf ehrwürdigen geistlichen Traditionen beruhenden religiösen Identität.[27] Indem sie diese Zugehörigkeit zu Gott und zu ihren jeweiligen Kirchen beibehalten und indem sie eine tiefe Liebe zu ihren lateinischen Brüdern und Schwestern pflegen, tragen sie sehr zum Wohl der katholischen Kirche im Ganzen bei. Außerdem ermahne ich die Hirten der kirchlichen Gebiete, welche die Gläubigen katholischer Ostkirchen aufnehmen, sie mit Liebe und Wertschätzung wie Brüder zu empfangen, die gemeinschaftlichen Bindungen zwischen den Emigranten und den Kirchen ihrer Herkunft zu fördern, ihnen die Möglichkeit zu geben, Gottesdienste nach den eigenen Traditionen zu feiern, und dort, wo dies machbar ist, Aktivitäten auf pastoralem Gebiet und auf Pfarreiebene zu entfalten.[28]

33.Die lateinische Kirche im Nahen Osten erlebt, obwohl auch sie unter der Abwanderung vieler ihrer Gläubigen leidet, eine andere Situation und sieht sich vor zahlreiche auch neue pastorale Herausforderungen gestellt. Ihre Hirten müssen in den wirtschaftlich starken Ländern der Region eine massive Zuwanderung und den Aufenthalt von Arbeitern aller Art aus Afrika, dem Fernen Osten und dem indischen Subkontinent bewältigen. Diese Bevölkerungsgruppen, die sich aus oft einzelnen Männern und Frauen oder aus ganzen Familien zusammensetzen, stehen vor einer zweifachen Unsicherheit. Sie sind Fremde in dem Land, in dem sie arbeiten, und sie erfahren allzu häufig Situationen der Diskriminierung und der Ungerechtigkeit. Dem Fremden wendet Gott seine Aufmerksamkeit zu; daher verdient der Fremde auch unsere Achtung. Wie er aufgenommen wurde, wird beim Jüngsten Gericht zur Geltung kommen (vgl. Mt 25,35.43).[29]

34. Ausgebeutet, ohne sich wehren zu können, und mit mehr oder weniger legalen Arbeitsverträgen gedungen, sind diese Menschen manchmal Opfer von Übertretungen der örtlichen Gesetze und der internationalen Konventionen. Außerdem leiden sie unter starkem Druck und unter gravierenden religiösen Einschränkungen. Die Aufgabe ihrer Hirten ist notwendig und heikel. Ich ermutige alle katholischen Gläubigen und alle Priester, gleich welcher Kirche sie angehören, zu einem echten Miteinander und zur pastoralen Zusammenarbeit mit dem Ortsbischof und diesen wiederum zu väterlichem Verständnis gegenüber den Gläubigen der katholischen Ostkirchen. Die Zusammenarbeit aller und vor allem die Einstimmigkeit im Reden sorgt dafür, dass in dieser besonderen Situation alle ihren Glauben leben und feiern können und sich dabei durch die Verschiedenheit der spirituellen Traditionen bereichern, auch wenn sie mit ihren ursprünglichen christlichen Gemeinschaften im Kontakt bleiben. Auch die Regierenden der Länder, die diese neuen Bevölkerungsgruppen aufnehmen, fordere ich auf, deren Rechte zu achten und zu schützen, ihnen die freie Ausübung ihres Glaubens zu gestatten, indem sie die Religionsfreiheit fördern und die Errichtung von Gotteshäusern begünstigen. Die Religionsfreiheit „könnte Gegenstand des Dialogs zwischen Christen und Muslimen werden, eines Dialogs, dessen Dringlichkeit und Notwendigkeit von den Synodenvätern bekräftigt wurde“.[30]

35. Während einheimische Katholiken des Nahen Ostens aus Notwendigkeit, Überdruss oder Verzweiflung die dramatische Entscheidung treffen, das Land ihrer Vorfahren, ihre Familie und ihre Glaubensgemeinschaft zu verlassen, entscheiden sich dagegen andere voller Hoffnung, in ihrem Land und in ihrer Gemeinde zu bleiben. Ich ermutige sie, diese edle Treue zu bewahren und fest im Glauben zu verharren. Wieder andere Katholiken schließlich treffen eine ebenso einschneidende Entscheidung wie die Katholiken im Nahen Osten, die emigrieren: In der Hoffnung, eine bessere Zukunft aufzubauen, fliehen sie aus unsicheren Situationen und wählen die Länder der Region, um dort zu arbeiten und zu leben.

36. Als Hirte der universalen Kirche wende ich mich hier an die Gesamtheit der katholischen Gläubigen der Region, die einheimischen und die neu hinzugekommenen, deren Anteile sich in diesen letzten Jahren einander angenähert haben, denn für Gott gibt es nur ein einziges Volk und für die Gläubigen nur einen einzigen Glauben! Versucht, in gegenseitiger Achtung geeint und in geschwisterlicher Gemeinschaft miteinander zu leben, in gegenseitiger Liebe und Wertschätzung, um euren Glauben an Christi Tod und Auferstehung glaubwürdig zu bezeugen! Gott wird euer Gebet erhören, euer Verhalten segnen und euch seinen Geist schenken, um die Last des Tages zu tragen. Denn „wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit“ (2 Kor 3,17). Der heilige Petrus schrieb an Gläubige, die ähnliche Situationen erlebten, Worte, die ich gerne aufgreife, um sie als Aufruf an euch zu richten: „Und wer wird euch Böses zufügen, wenn ihr euch voll Eifer um das Gute bemüht? … Fürchtet euch nicht vor ihnen und lasst euch nicht erschrecken, sondern haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“ (1 Petr 3,13-15).[31]

 
Quelle: http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/apost_exhortations/documents/hf_ben-xvi_exh_20120914_ecclesia-in-medio-oriente_ge.html.


 


[1] Benedikt XVI., Homilie in der Messe zur Eröffnung der Sonderversammlung der Bischofssynode für den Nahen Osten (10. Oktober 2010): AAS 102 (2010), S. 805.

[2] Vgl. Propositio 4.

[3] Kodex der Kanones der orientalischen Kirchen, Can. 39; vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über die katholischen Ostkirchen Orientalium Ecclesiarum, 1; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Une espérance nouvelle pour le Liban (10. Mai 1997), 40: AAS 89 (1997), S. 346-347, wo das Thema der Einheit zwischen der gemeinsamen apostolischen Überlieferung und den kirchlichen Traditionen, die im Osten daraus hervorgegangen sind, behandelt wird.

[4] Vgl. Benedikt XVI., Homilie in der Mitternachtsmesse (24. Dezember 2010): AAS 103 (2011), S. 17-21.

[5] Vgl. Propositio 9.

[6] Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über den Ökumenismus Unitatis redintegratio, 1.

[7] Vgl. Benedikt XVI., Ansprache an die Teilnehmer der Vollversammlung der Kongregation für die Glaubenslehre (27. Januar 2012): AAS 104 (2012), S. 109.

[8] Vgl. Dekret über den Ökumenismus Unitatis redintegratio, 8.

[9] Vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Ut unum sint (25. Mai 1995), 83-84: AAS 87 (1995), S. 971-972.

[10] Vgl. Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Direktorium zur Ausführung der Prinzipien und Normen über den Ökumenismus (25. März 1993): AAS 85 (1993), S. 1039-1119.

[11] Dekret über die katholischen Ostkirchen Orientalium Ecclesiarum, 24.

[12] Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über den Ökumenismus Unitatis redintegratio, 15.

[13] Vgl. ebd., Dekret über die katholischen Ostkirchen Orientalium Ecclesiarum, 26-27.

[14] Vgl. ebd., Dekret über den Ökumenismus Unitatis redintegratio, 15; Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Direktorium zur Ausführung der Prinzipien und Normen über den Ökumenismus (25. März 1993), 122-128: AAS 85 (1993), S. 1086-1088.

[15] Vgl. Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Direktorium zur Ausführung der Prinzipien und Normen über den Ökumenismus (25. März 1993), 145: AAS 85 (1993), S. 1092.

[16] Vgl. Propositio 28, wo einige vorgeschlagene Initiativen in den Zuständigkeitsbereich der örtlichen Seelsorge fallen und andere, die die katholische Kirche im Ganzen betreffen, in Abstimmung mit dem Heiligen Stuhl untersucht werden müssen.

[17] Vgl. Propositio 40.

[18] Vgl. Benedikt XVI., Ansprache im Hechal Shlomo-Zentrum, Jerusalem (12. Mai 2009): AAS 101 (2009), S. 522-523; vgl. Propositio 41.

[19] Vgl. Propositio 5.

[20] Vgl. Propositio 42.

[21] Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Erklärung über die Religionsfreiheit Dignitatis humanae, 2-8; Benedikt XVI., Botschaft zum Weltfriedenstag 2011: AAS 103 (2011), S. 46-58; ders., Ansprache an die Mitglieder des beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomatischen Korps (10. Januar 2011): AAS 103 (2011), S. 100-107.

[22] Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen Nostra aetate, 2.

[23] Benedikt XVI., Ansprache anlässlich der Begegnung mit den Mitgliedern der Regierung, Vertretern der staatlichen Institutionen, mit dem Diplomatischen Korps und mit Vertretern der wichtigsten Religionen, Cotonou (19. November 2011): AAS 103 (2011), S. 820.

[24] Vgl. Benedikt XVI., Botschaft zum Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2006 (18. Oktober 2005): AAS 97 (2005), S. 981-983; Botschaft zum Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2008 (18. Oktober 2007): AAS 99 (2007), S. 1065-1068; Botschaft zum Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2012 (21. September 2011): AAS 103 (2011), S. 763-766.

[25] Vgl. Propositio 11.

[26] Vgl. Propositiones 6 und 10.

[27] Vgl. Propositio 12.

[28] Vgl. Propositio 15.

[29] Vgl. Propositio 14.

[30] Benedikt XVI., Homilie in der Messe zum Abschluss der Sonderversammlung der Bischofssynode für den Nahen Osten (24. Oktober 2010): AAS 102 (2010), S. 815.

[31] Vgl. Benedikt XVI., Homilie in der Messe zum Abschluss der Sonderversammlung der Bischofssynode für den Nahen Osten (24. Oktober 2010): AAS 102 (2010), S. 815.

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