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Stellungnahme zu den Äußerungen von Botschafter Shimon Stein

Hans Langendörfer S.J., Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz am 6. März 2007

 

Die Kritik aus Israel an der Reise des Ständigen Rats der Deutschen Bischofskonferenz ins Heilige Land vom 27. Februar bis 5. März 2007 hatte nach der Rückkehr der Bischöfe auch die deutsche Öffentlichkeit erreicht. Die Presseabteilung der Botschaft Israels in Berlin berichtete, dass Israels Botschafter Shimon Stein „mit Entsetzen und Empörung“ auf Äußerungen einiger Bischöfe während ihrer Reise. Sicherheitseinrichtungen könnten wieder abgebaut werden, wenn die politischen Verhältnisse sich ändern, aber Opfer von Terroristen könne man nicht wieder ins Leben zurückrufen. Die eine Seite zu dämonisieren und doppelte Maßstäbe anzulegen, sei nicht friedensfördernd. Die bischöflichen Äußerungen hätten nicht zu Aussöhnung und Frieden beigetragen. Auf diese öffentliche Kritik des Botschafters Israels ging Pater Hans Langendörfer als Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz mit folgender Stellungnahme ein:

 

In einer Pressemitteilung vom heutigen Tage hat der Botschafter des Staates Israel in Deutschland, Shimon Stein, auf Presseberichte über die Reise des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz ins Heilige Land reagiert. Dazu stelle ich fest:

Der Besuch der deutschen Bischöfe in Israel und in den palästinensischen Gebieten war durchgängig von einer hohen Sensibilität für die Belange beider Konfliktparteien bestimmt. In allen Ansprachen, aber auch in den Gesprächen mit dem stellvertretenden israelischen Ministerpräsidenten Shimon Peres und dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, das von bestimmten Seiten immer noch in Frage gestellte Existenzrecht des Staates Israels nachdrücklich unterstrichen und auf die Bedrohung seiner Einwohner durch den Terrorismus hingewiesen. Es kann deshalb keine Rede davon sein, die deutschen Bischöfe hätten bei ihrem Aufenthalt vor Ort eine Seite des Konflikts dämonisiert und doppelte Maßstäbe angelegt. Das Gegenteil ist richtig.

Anlässlich des Besuchs in Bethlehem, d. h. unter dem Eindruck der bedrückenden Situation, die an diesem Ort herrscht, sind aus der emotionalen Betroffenheit Einzelner heraus einige wenige sehr persönliche Bemerkungen gefallen, die bereits selbstkritisch richtiggestellt wurden. Dies gilt vor allem für eine Nebenbemerkung, die auf das Warschauer Ghetto anspielte.
Kardinal Lehmann hat die Haltung der deutschen Bischöfe in der Gedenkstätte Yad Vashem und in seiner Abschluss-Presseerklärung verbindlich zum Ausdruck gebracht.
Nachdrücklich bedauere ich diesen Missklang, der sich in die Reise eingeschlichen hat. Er sollte jedoch nicht dazu verleiten, den überaus positiven Impuls in Frage zu stellen, den die Bischöfe mit ihrer Visite sowohl auf israelischer wie auf palästinensischer Seite, bei den Vertretern der Regierungen wie der Bevölkerungen gesetzt haben.

 

Quelle: Pressemeldung 06.03.2007 - Nr. 016 und: http://www.dbk.de/presse/details/?presseid=917&cHash=755b8126ecf541c6326b88966f5eb269.

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