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Exposé - Einfluss und Wirkung von Nostra Aetate in Europa

Prof. Dr. Hans Hermann Henrix


Vierzig Jahre nach dem Konzil wird deutlich, dass das Konzilsdokument Nostra Aetate durch eine intensive Rezeption zukunftsweisende, wenn auch nicht immer einfache Wege des Dialogs zwischen jüdischen und christlichen Gläubigen angestoßen hat. Die Rezeption von Nostra Aetate verlief nach dem Konzil in Europa in verschiedenen Regionen zeitversetzt und zunächst mit unterschiedlicher Intensität. Ein wesentlicher Anstoß für eine breite und in der europäischen Öffentlichkeit wahrgenommene Rezeption der Inhalte aus Nostra Aetate hat Papst Johannes Paul II. während seines Pontifikates (1978-2005) gegeben. Durch seine öffentlichen Schritte hin zu einem gelebten Dialog mit dem jüdischen Volk hat er das Anliegen des Konzils aus den Kirchenmauern heraus in die Gesellschaft getragen. Doch bei jeder Begegnung zwischen Christen und Juden schwingt nach wie vor die Problematik nach dem rechten Umgang mit der schwierigen gemeinsamen Vergangenheit mit. 

Prof. Dr. h.c. Hans Hermann Henrix - Einfluss und Wirkung von Nostra Aetate in Europa

Die Frage nach der Schuld des Einzelnen und der Kirche als Ganze spielt vor allem in Deutschland eine große Rolle. Daher rückt zunehmend die Dringlichkeit einer intensiven Auseinandersetzung mit der Vergangenheit in allen Bereichen christlichen Lebens und Lehrens in den Fokus. Auch wenn es theologische Unvereinbarkeiten zwischen jüdischem und christlichem Glauben gibt, so gibt es auch eine gemeinsame Verantwortung für die Welt, die sowohl Juden als auch Christen aus ihrem je eigenen Selbstverständnis heraus gemeinsam haben. Nostra Aetate hat einen wichtigen Anstoß des Umdenkens im Miteinander zwischen Christen und dem jüdischen Volk gegeben. Dieser Anstoß könnte wegweisend für den interreligiösen Dialog überhaupt sein.

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